• „Hinweise der USA auf C-Waffen falsch“ UN-Inspekteure: Fabriken und Fahrzeuge waren harmlos

Politik : „Hinweise der USA auf C-Waffen falsch“ UN-Inspekteure: Fabriken und Fahrzeuge waren harmlos

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Mainz (dpa). Zwei UNWaffeninspekteure haben Berichte der US-Regierung über irakische Massenvernichtungswaffen in Frage gestellt. Die beiden waren drei Monate lang in der UN-Waffenkontrollkommission im Irak im Einsatz. Sie hatten kurz vor Kriegsbeginn am 20. März das Land verlassen. Bei den Inspekteuren handelt es sich um einen deutschen Computerexperten, der namentlich nicht genannt werden wollte, und um den Norweger Jöm Siljeholm, zu dessen Fachgebiet biologische und chemische Waffen zählen. Übereinstimmend bezeichneten beide in einem am Montag gesendeten Interview des ARD-Magazins „Report Mainz“ eine Vielzahl der US-Informationen über Massenvernichtungswaffen und deren vermutete Verstecke als Fehlinformationen. So habe US-Außenminister Powell vor dem Weltsicherheitsrat Satellitenfotos präsentiert, die irakische Fahrzeuge mit Spezialgeräten zur Entgiftung eigener Truppen nach einem Giftgaseinsatz zeigen sollten. Damit habe bewiesen werden sollen, dass der Irak verbotene C-Waffen besitze. Es habe sich aber nicht um Spezialfahrzeuge gehandelt. Auch Ventilationssysteme auf Fabrikdächern, die laut US-Regierung Rückschlüsse auf die Produktion von Chemiewaffen zulassen, hätten sich als harmlos herausgestellt. Powells Rede bewertete er als „irreführend“ und „hochgradig falsch“.

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