Politik : Hisbollah besetzt Grenzdörfer - Barak droht bei Angriff mit Vergeltung

Im Südlibanon sind am Montag bewaffnete Freischärler der Hisbollah in mehrere Grenzdörfer eingerückt, die israelische Truppen nach 22-jähriger Besatzung vorzeitig geräumt hatten. Dies brachte die Moslem-Rebellen bis auf zwei Kilometer an die israelische Nordgrenze bei Kirjat Schmona heran. Israels Ministerpräsident Ehud Barak drohte den Freischärlern unterdessen mit Vergeltung, sollten sie ihre Angriffe nach dem israelischen Truppenabzug aus dem Libanon fortsetzen.

Die Hisbollah, die für einen Abzug der Israelis kämpft, hatte am Sonntag bekannt gegeben, sie habe einen israelischen Außenposten nahe den von Israel besetzten syrischen Golan-Höhen angegriffen. Sie hat selbst für den Fall des völligen Abzugs Israels kein Ende ihrer Angriffe auf Nordisrael angekündigt. Als Vergeltung griffen israelische Flugzeuge und Hubschrauber am Montag Gebiete beim Dorf Markaba nördlich von Hula und bei Iklim el Tufah an.

Israel hatte den Südlibanon 1978 besetzt, war danach zur Bekämpfung der Hisbollah 1982 sogar bis zum Litani-Fluss vorgestoßen und hatte Außenbezirke von Beirut bombardiert. 1985 hatte Israel eine 15 Kilometer breite Sicherheitszone mit der Begründung besetzt, es müsse seine Nordgrenze schützen. Permier Ehud Barak entschloss sich schließlich zum einseitigen Abzug.

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