Politik : Hisbollah legt Teile von Beirut lahm

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Beirut - Am zweiten Tag ihres Protestes gegen die libanesische Regierung haben Anhänger der radikalen Hisbollah am Samstag Teile von Beirut lahmgelegt. Tausende Menschen schlugen in der Nacht Zelte in der Innenstadt auf oder legten sich in Decken gehüllt auf den Boden. Demonstranten kündigten an, sie würden so lange ausharren, bis sie den Sturz der Regierung erzwungen hätten.

Ministerpräsident Fuad Siniora zeigte sich aber unnachgiebig und forderte Verhandlungen statt Demonstrationen. Er erhielt Rückendeckung von europäischen Spitzenpolitikern. Außenminister Frank-Walter Steinmeier appellierte an alle gesellschaftlichen und politischen Kräfte im Libanon, sich für die Souveränität des Zedernstaates einzusetzen. „Niemand kann ein Interesse an der Destabilisierung dieses Landes haben“, sagte Steinmeier am Samstagabend in Beirut nach einem Treffen mit dem der radikalislamischen Hisbollah nahe stehenden Parlamentspräsidenten Nabih Berri. Im Laufe des Tages hatte auch die britische Außenministerin Margaret Beckett dem libanesischen Regierungschef ihre Aufwartung gemacht. Beckett sicherte Siniora die Solidarität ihres Landes zu. „Dies ist eine Gelegenheit für mich, die Unterstützung Großbritanniens für die Regierung des Libanons und die Bemühungen um Stabilität und Demokratie zu bekräftigen“, sagte sie nach einem Treffen mit Siniora. Ägyptens Präsident Husni Mubarak warnte unterdessen in Kairo nach einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow vor ausländischer Einmischung in die Angelegenheiten des Libanons.

Zuvor hatte Frankreichs Premierminister Dominique de Villepin mit seinem libanesischen Kollegen telefoniert. Siniora hatte dabei betont, er sei „entschlossen, seine Arbeit trotz des Drucks fortzusetzen“. Die französische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal stattete der Familie des ermordeten Industrieministers Pierre Gemayel einen Kondolenzbesuch ab. Syrien bekundete seine Unterstützung für die Demonstranten. dpa

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