Historische Dokumente veröffentlicht : Thatcher und der Falkland-Krieg

Bislang geheim gehaltene Dokumente zeigen, dass es vor dem Falklandkrieg heftige Auseinandersetzungen zwischen der damaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher und ranghohen Mitgliedern ihrer Partei gab.

Die britische Premierministerin Margaret Thatcher und ihr Ehemann Denis schauen auf dem Flughafen der Royal Air Force in Port Stanley auf den Falkland Inseln einer Demonstration von Phantom-Flugzeugen zu (Archivfoto vom 09.01.1983). Foto: dpa
Die britische Premierministerin Margaret Thatcher und ihr Ehemann Denis schauen auf dem Flughafen der Royal Air Force in Port...Foto: dpa

Die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher sah sich vor dem Falklandkrieg von 1982 mit Widerstand aus den eigenen Reihen konfrontiert. Wie aus jetzt veröffentlichten Dokumenten aus Thatchers persönlichem Archiv hervorgeht, gab es vor dem Krieg heftige Auseinandersetzungen zwischen Thatcher und ranghohen Mitgliedern der Konservativen Partei. Ein Abgeordneter bezeichnete den geplanten Krieg demnach als „großen Fehler“. Kenneth Clarke, heute Kabinettminister ohne Geschäftsbereich, sagte damals: „Hoffentlich denkt niemand, wir wollten gegen die Argentinier kämpfen. Wir sollten ein paar Schiffe in die Luft jagen, aber sonst nichts.“

Eine weitere Meinung war: „Lasst die Argentinier die Falklandinseln mit so wenig Aufhebens wie möglich haben.“ Die Notizen zeigen auch, dass Thatcher jeden Morgen um 3.30 Uhr aufstand, um Neuigkeiten aus dem Konflikt zu bekommen. In einem Papier wird deutlich, wie sehr ihr Nachrichten vom Tod britischer Soldaten persönlich nahegingen.

Zu den veröffentlichten Dokumenten zählt auch eine Anfrage der Zeitung „Daily Mail“, in der Thatcher gefragt wurde, ob sie sich einen Krieg zutraue. Ein Brief von Thatcher selbst, der aber nie abgeschickt wurde, richtete sich an den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. Thatcher wies darin sein Angebot zurück, ein Friedensabkommen auszuhandeln.

Die 400 Kilometer vom argentinischen Festland entfernten Inseln befinden sich seit 1833 unter der Kontrolle Großbritanniens. Die argentinische Militärjunta hatte am 2. April 1982 die Invasion der von ihr beanspruchten Inseln begonnen. Der bis zum 14. Juni andauernde Krieg endete für das südamerikanische Land mit einer Niederlage. Ein Referendum über den Verbleib der Inseln bei Großbritannien vor knapp zwei Wochen ergab ein Ergebnis von 99,8 Prozent Ja-Stimmen. (AFP)

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