Politik : Hitzebeständig

-

Wer Hitze nicht vertrage, fand der frühere USPräsident Harry Truman, gehöre nicht in die Küche. Wenn nun einer die Küche sogar als seinen Lieblingsplatz bezeichnet wie Hessens Ministerpräsident Roland Koch, dann muss er wohl ziemlich viel Hitze vertragen. Das musste er auch vor zwei Wochen: Samstags alle Termine wegen Kreislaufschwäche abgesagt, noch am selben Wochenende ein Eingriff am Herzen, weil ein Infarkt drohte. Aus der hessischen Klinik nach Berlin, zur CDU-Sitzung am Montag früh, am Nachmittag weiter nach Chicago, wieder Termine. Und dann der wichtigste: das Treffen mit George W. Bush. Während Berlin in Aufregung ist, weil etwa gleichzeitig der US-Außenminister dem Kanzler die Hand schüttelt, kommt der Präsident persönlich zum Plausch seines Vize Cheney mit dem Mann aus Hessen. Die Aussichten des 45-Jährigen in der Union sind dadurch vermutlich nicht schlechter geworden. Vor fünf Jahren machte Koch aus dem roten Hessen ein schwarz-gelbes, im Februar 2003 holte er trotz einer unappetitlichen Spendenaffäre sogar die absolute Mehrheit und regiert jetzt ohne die FDP. So entstehen Heldengeschichten, und solche Helden eignen sich als Kanzlerkandidaten der Union, früher oder später. 2006 wird wieder gewählt – und Kochs Parteivorsitzende Angela Merkel hatte bisher noch keinen Termin beim Präsidenten. ade

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben