Politik : Hitzige Debatte in Bagdad zwischen USA und Iran

Bagdad - Ohne konkrete Fortschritte ist am Dienstag die zweite direkte Gesprächsrunde zwischen Vertretern der USA und Irans über die Eindämmung der Gewalt im Irak zu Ende gegangen. US- Botschafter Ryan Crocker nannte das etwa siebenstündige Treffen in Bagdad in einer Tele-Pressekonferenz „schwierig“. Es habe „hitzige Wortwechsel“ gegeben. Die USA hätten Beweise dafür vorgelegt, dass Iran Waffen an Extremisten im Irak liefere.

Jedoch sagten Crocker und sein iranischer Kollege Hassan Kasemi Komi, sie hätten sich auf ein Sicherheitskomitee geeinigt, dem Iraner, Iraker und Amerikaner angehören sollten. Dieses werde auch Fragen der Grenzsicherung zwischen Iran und dem Irak behandeln. Komi nannte das Treffen nach Angaben des iranischen TV-Senders Al-Alam „positiv“. Bagdad hatte beide Seiten zuvor ermahnt, aufeinander zuzugehen.

Bereits ein erstes Treffen Ende Mai war ohne konkrete Ergebnisse verlaufen. Es war der erste offizielle Kontakt zwischen den USA und Iran seit fast drei Jahrzehnten gewesen. Crocker sagte, der Iran habe seine Erklärungen über den Wunsch nach einem Ende der Gewalt im Irak nicht durch eine Einstellung der Waffenlieferungen an schiitische Milizen untermauert. Das Fehlen solcher Handlungen habe die Diskussion schwierig gemacht. Crocker wies nach eigenen Angaben auch iranische Versuche zurück, die Beratungen über das Thema Irak hinaus auszuweiten. Er sei diesem Versuch mit dem Hinweis auf die iranische Unterstützung der radikal-islamischen Hamas in den Palästinensergebieten begegnet – eine Anmerkung, die Komi verärgert habe.

In der Stadt Hilla, 100 Kilometer südlich von Bagdad, starben am Dienstag 32 Iraker, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, als sich ein Selbstmordattentäter auf einem Markt in der Nähe eines Kinderkrankenhauses in die Luft sprengte. Nach Polizeiangaben wurden 117 weitere Menschen verletzt. Augenzeugen sprachen von schrecklichen Szenen. Auf der Straße lagen Leichenteile. Der Eingang des Krankenhauses und 22 Geschäfte lagen in Schutt und Asche. dpa

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