HIV-Prozess : Bangen in Bulgarien

Das Tauziehen geht weiter: Bulgarien zweifelt an einer baldigen Rückkehr der Krankenschwestern. Die anfängliche Erleichterung über die umgewandelte Todesstrafe in eine Haftstrafe ist der Skepsis gewichen.

Bulgarien
Gezerre um die bulgarischen Krankenschwestern. Ein Datum für die Rückkehr ist nicht in Sicht. -Foto: AFP

Sofia In Bulgarien überwogen heute die Zweifel an einer baldigen Rückkehr der fünf in Libyen inhaftierten Krankenschwestern, deren Todesstrafen in lebenslange Haft umgewandelt worden waren. Bulgarische Zeitungen verwiesen darauf, dass noch immer kleinere Gerichtsverfahren gegen die fünf Frauen und einen palästinensischen Arzt anhängig sind. Damit ein Rechtsabkommen zwischen Bulgarien und Libyen angewandt werden könne, müssten auch diese Verfahren abgeschlossen sein, erklärte ein angesehener bulgarischer Jurist in der Zeitung "Monitor".

Es handelt sich unter anderem um eine Berufungsverhandlung am 4. September wegen des Vorwurfs der Verleumdung. Dabei geht es um Foltervorwürfe, die von den Krankenschwestern gegen libysche Offiziere erhoben worden waren. In einem ähnliche Verfahren waren die Bulgarinnen freigesprochen worden. Die fünf Frauen sitzen seit 1999 in Haft, weil man ihnen vorgeworfen hat, über 400 Kinder in einer Klinik absichtlich mit dem Aids-Virus infiziert zu haben.

Sorgen macht in Bulgarien auch eine mögliche Verknüpfung des Falls der Krankenschwestern mit dem eines in Großbritannien zu lebenslanger Haft verurteilten Libyers. Der Mann ist dort wegen des Anschlags auf ein US-Verkehrsflugzeug über Lockerbie in Schottland 1988 verurteilt worden. "Revolutionsführer Muammar al Gaddafi hat das Wichtigste noch nicht bekommen - den libyschen Agenten", meinte die Zeitung "Nowinar". (mit dpa)

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