HIV-Prozess : Opferfamilien rücken von Todesstrafe ab

Die Chancen für eine Aufhebung der Todesstrafe der Krankenschwestern aus Bulgarien sind gestiegen. Die Familien der Opfer haben die Forderung nach der Todesstrafe fallenlassen.

TripolisIm Fall der in Libyen zum Tode verurteilten fünf bulgarischen Krankenschwestern und eines Arztes sind die Familien der an Aids erkrankten Kinder nach Angaben ihres Sprechers von ihrer Forderung der Todesstrafe abgerückt. "Wir haben die Forderung der Todesstrafe gegen die fünf bulgarischen Krankenschwestern und den Arzt fallenlassen, nachdem alle unsere Bedingungen erfüllt wurden", erklärte der Sprecher der Opferfamilien, Idriss Lagha. Dies gilt als Voraussetzung für eine mögliche Aufhebung der Todesstrafe durch den Obersten Justizrat Libyens, der über das Schicksal der sechs Verurteilten beraten wollte.

Der Justizrat ist die letzte Hoffnung für die Verurteilten: Er könnte die jüngst vom Obersten Gerichtshof bestätigte Todesstrafe entweder ganz aufheben oder in Haftstrafen umwandeln. Am Morgen hatte der Sprecher der Familien mitgeteilt, erste Opferfamilien hätten in der Nacht zu Dienstag die vereinbarten Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe erhalten. Jedes Opfer habe ein Recht auf eine Million US-Dollar (rund 726.000 Euro).

Die sechs Verurteilten sitzen seit 1999 in libyschen Gefängnissen. Sie wurden von libyschen Gerichten für schuldig befunden, in einem Krankenhaus in Benghasi 438 Kinder mit dem Aids-Virus infiziert zu haben. (mit AFP)

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