Höhere Sozialbeiträge : Gutverdiener müssen mehr zahlen

Wegen der gestiegenen Löhne steigen auch die Bemessungsgrenzen für Renten- und Krankenversicherung. Das kostet die besser Verdienenden im Einzelfall bis zu 251 Euro pro Jahr.

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Weniger im Portemonnaie.Für Gutverdiener steigen die Sozialbeiträge.
Weniger im Portemonnaie.Für Gutverdiener steigen die Sozialbeiträge.Foto: dpa

Gutverdiener und ihre Arbeitgeber müssen im nächsten Jahr höhere Sozialbeiträge bezahlen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine Erhöhung der sogenannten Beitragsbemessungsgrenzen. Wer mehr als 47 250 Euro im Jahr verdient, hat demnach mit einem Aufschlag bei der gesetzlichen Krankenversicherung zu rechnen. Und auf Arbeitnehmer mit mehr als 69 600 Euro in Westdeutschland (und mehr als 58 800 Euro im Osten) kommen zudem auch noch höhere Rentenbeiträge zu.

Die Beitragsbemessungsgrenzen deckeln den Teil des Einkommens, auf den Sozialbeiträge entrichtet werden müssen. Sie orientieren sich an der Einkommensentwicklung und werden jährlich neu errechnet. Bei der Kranken- und Pflegeversicherung steigt diese Grenze nun bundeseinheitlich um 112,50 Euro auf 4050 Euro im Monat. Bei der Rentenversicherung erhöht sie sich im Westen um 150 auf 5950 Euro – und im Osten um 100 auf 5000 Euro. Zugrunde liegt dem die Einkommensstatistik von 2012, wonach die Löhne im Westen um 2,81 und im Osten um 2,42 Prozent gestiegen sind.

Je nach Gehalt können die neuen Bemessungsgrenzen pro Arbeitnehmer bis zu 251 Euro mehr im Jahr ausmachen. Genauso betroffen sind die Arbeitgeber, die knapp die Hälfte der Sozialbeiträge zu übernehmen haben. Mit der Bemessungsgrenze steigt übrigens auch der Arbeitgeberzuschuss für privat krankenversicherte Arbeitnehmer. Für die meisten Versicherten freilich dürfte sich durch die Anpassung nichts ändern. Laut Statistik betrug der durchschnittliche Monatsverdienst von Vollzeitbeschäftigten 2012 nur knapp 3400 Euro brutto.

Auch die sogenannte Versicherungspflichtgrenze wurde angehoben. Um von der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung wechseln zu dürfen, muss ein Arbeitnehmer künftig 53 550 Euro pro Jahr verdienen – das sind 1350 Euro mehr als bisher.

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