Politik : Hoffnung auf Frieden: Jerusalems Altstadt den Palästinensern, die Klagemauer den Israelis

Bis Mittwoch wollen Israeli und Palästinenser entscheiden, ob sie den jüngsten Friedensvorschlag des scheidenden US-Präsidenten Bill Clinton annehmen. Wichtigster Punkt ist die Teilung Jerusalems bei der Schaffung eines palästinensischen Staates.

Die Palästinenser könnten demnach die Kontrolle über die arabischen Viertel in Ost-Jerusalem sowie den Tempelberg mit der El-Aksa-Moschee und dem Felsendom, der drittheiligsten Stätte des Islam, übernehmen. Die jüdischen Viertel und die Klagemauer am Fuß des Tempelbergs sollen unter der Souveränität Israels bleiben.

Im Gegenzug für die Kontrolle des Großteils der Jerusalemer Altstadt sollen die Palästinenser auf das Rückkehrrecht für die palästinensischen Flüchtlinge nach Israel verzichten. Die Flüchtlinge - nach UN-Schätzungen 3,7 Millionen Menschen - erhalten das Recht, in einem zukünftigen palästinensischen Staat zu leben, nicht aber auf israelischem Gebiet. Nach Israel könnten lediglich einige zehntausend Palästinenser unter Berücksichtigung "humanitärer Kriterien" im Rahmen von Familienzusammenführungen zurückkehren. Die meisten von ihnen waren bei der Staatsgründung Israels 1948 vertrieben worden.

Israel würde sich nach den Informationen über den US-Vorschlag außerdem komplett aus dem Gazastreifen und zu 95 Prozent aus dem Westjordanland zurückziehen. Die Grenzen zwischen Israel und dem palästinensischen Staat würden auf denen von 1967 vor dem Sechs-Tage-Krieg basieren, wobei es "kleine Korrekturen" geben soll.

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