Politik : Hoffnung für Therapie mit Heroin

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Mainz - Das Land Hamburg will Schwerstabhängige weiter mit Heroin behandeln und wirbt nun um eine Bundesratsinitiative. In einem Schreiben an die Ministerpräsidenten von Hessen und Nordrhein-Westfalen hat Hamburg um Unterstützung für einen entsprechenden Vorstoß gebeten. Ziel sei, das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten für eine eng begrenzte Gruppe Schwerstabhängiger zu erweitern, erklärte Gesundheitssenatorin Birgit Schnieber-Jastram (CDU). Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat bereits zugesagt, Hamburg zu unterstützen.

Auf Betreiben der Union hatte die Bundesregierung im November beschlossen, die Heroinambulanzen nicht weiterzuführen. Diese Entscheidung stößt in allen Parteien auf Kritik. Abgeordnete der Opposition haben bereits angekündigt, einen Gruppenantrag einzubringen. „Wir bemühen uns zurzeit auf allen Kanälen darum, hierfür Unterschriften zu sammeln“, sagte der Sprecher für Sucht- und Drogenpolitik der FDP-Bundestagsfraktion, Detlef Parr, der Nachrichtenagentur dpa. „Ich bin da durchaus guten Mutes“, sagte er zu der Initiative aller drei Oppositionsfraktionen. FDP, Grüne und Linksfraktion seien der Überzeugung, dass dieser Modellversuch in die Regelversorgung überführt werden sollte.

Auch die sieben deutschen Heroinambulanzen wollen das Ende der Herointherapie nicht hinnehmen. Sie wollen an diesem Mittwoch auf einem Krisengipfel beraten. Die Chancen, im Bundesrat eine Mehrheit für die Heroinbehandlung zu bekommen sind groß. Im vergangenen Jahr hat sich bereits die Mehrheit einer Bund-Länder-Kommission dafür ausgesprochen.mmr

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