Politik : Hoffnungsträgerin aus Hessen

Nicola Beer soll FDP-Generalsekretärin werden.

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Frankfurt am Main - In Hessen galt Nicola Beer bereits als Hoffnungsträgerin der schwer gebeutelten FDP. Doch nun soll die noch amtierende Landes-Kultusministerin sogar Generalsekretärin der Bundes-FDP werden, wie es am Mittwoch in Parteikreisen hieß. Die 43-Jährige würde damit zum engsten Team um den vermutlichen neuen FDP-Chef Christian Lindner gehören. Beers Berufung wäre ein Signal für den Neubeginn: Bundesweit trat sie bislang kaum in Erscheinung. Der derzeitige Parteivize Lindner, der für das Amt des Vorsitzenden kandidiert, will seinen Vorschlag für das Generalsekretärsamt am Freitag öffentlich machen. Beer würde dem bisherigen Generalsekretär Patrick Döring nachfolgen.

Beer kann damit punkten, dass die hessische FDP im Gegensatz zur Bundespartei weiter im Landtag sitzt. Bei der Landtagswahl, die zeitgleich zur Bundestagswahl stattfand, schafften die Liberalen mit 5,0 Prozent denkbar knapp den Wiedereinzug in Hessens Parlament. Für die ausgezehrte Bundes-FDP wäre Beer ein junges, frisches – und weibliches Gesicht. Beer machte bislang vor allem in der Landespolitik Karriere, auch wenn sie bereits seit 2007 dem Bundesvorstand ihrer Partei angehört. In den hessischen Landtag zog sie erstmals 1999 ein. In der seit Anfang 2009 amtierenden schwarz-gelben Landesregierung war sie zunächst Staatssekretärin für Europapolitik und schließlich seit Mai 2012 Kultusministerin. Bei den Liberalen ist Beer bereits seit Schulzeiten aktiv. Mitglied bei den Jungen Liberalen wurde sie 1988 – ein Jahr, bevor sie in Frankfurt am Main ein deutsch-französisches Abitur ablegte. Danach folgten eine Ausbildung zur Bankkauffrau und ein Jura-Studium. Bis zu ihrer Ernennung zur Staatssekretärin 1999 war sie auch als Rechtsanwältin in Frankfurt tätig. Als eines ihrer wesentlichen politischen Ziele gibt die Mutter von zwei Söhnen, die mit ihrem Lebensgefährten in Frankfurt wohnt, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf an. Das dürfte für sie als FDP-Generalsekretärin nicht unbedingt leichter werden.

Manche in der Partei hatten Gefallen an der Idee gefunden, den schleswig-holsteinischen Fraktionschef Wolfgang Kubicki zum Generalsekretär zu machen. Kubicki gilt als schwer berechenbar – aber zumindest wurde ihm zugetraut, der FDP auch außerhalb des Parlaments Gehör zu verschaffen. Mit Beer will Lindner wohl eine Vertraute in der Berliner Parteizentrale installieren, während er selbst auch als Chef der Bundes-FDP seinen Landtagsposten in Düsseldorf behalten will. Mit dem bisherigen Generalsekretär Döring verbindet Lindner eine gegenseitige Abneigung. AFP

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