Hohe Kraftstoffpreise : Steinbrück: Kein Comeback für die Pendlerpauschale

Energiesparen statt Fahrtkosten absetzen - Finanzminister Peer Steinbrück hat einer Wiedereinführung der alten Pendlerpauschale erneut eine klare Absage erteilt. Stattdessen will er alternative Technologien fördern.

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Warnt vor "Einmal-Trostpflastern": : Peer Steinbrück -Foto: dpa

BerlinMit der Rückkehr zur steuerlichen Absetzbarkeit der Fahrtkosten müssten "wir sehr viel Geld ausgeben, das uns zum Beispiel für Hochschulen und Bildung fehlen würde", sagte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) der "Frankfurter Rundschau". "Und nach der nächsten Preisrunde wäre alles wie vorher." Steinbrück warnte: "Wer den Leuten vormacht, man könne das Problem der höheren Kraftstoffkosten mit Einmal-Trostpflastern lösen, streut den Menschen wider besseren Wissens Sand in die Augen." Das einzige, was jetzt helfe, sei der sparsamere Umgang mit Energie sowie die Fortentwicklung alternativer Technologien.

Der Druck auf Angela Merkel wächst

Der Finanzminister reagierte auf immer lauter werdende Rufe in Union und SPD nach einer Wiedereinführung der Pauschale vom ersten Kilometer an. Nach der SPD in Sachsen und Thüringen hatte dies am Dienstag auch die baden-württembergische SPD gefordert. Auch der CDU-Arbeitnehmerflügel machte sich für eine rasche Änderung zugunsten der Pendler stark und stellte sich damit hinter entsprechende Forderungen der CSU. Damit wächst der Druck auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Kurt Beck, die erst ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Pendlerpauschale abwarten wollen.

Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, sprach sich ebenfalls für die Wiedereinführung möglichst der vollen Pendlerpauschale aus. Gerade für Menschen, die morgens früh aufstehen und zur Arbeit fahren, sei die Pendlerpauschale eine wichtige Unterstützung, sagte Mißfelder der "Westfalenpost". Vorrang habe aber das Ziel der großen Koalition, den Haushalt durch konsequentes Sparen zu konsolidieren. Dieses Ziel unterstütze er.

Warnend äußerte sich hingegen der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Wend. Der 2006 beschlossene Kurswechsel bei der Pauschale sei "die richtige Entscheidung" gewesen, sagte er der "Frankfurter Rundschau". "Allein ein Urteil des Verfassungsgerichts sollte uns dazu veranlassen, sie zu revidieren." (mfa/dpa)

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