Hohe Strafe für US-Bürger in Nordkorea : 15 Jahre Zwangsarbeit

Ein Gericht in Nordkorea hat einen US-Bürger wegen Verbrechen gegen das Land zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Beobachter gehen davon aus, dass der 44-jährige Kenneth Bae als Faustpfand genutzt werden soll.

Inmitten der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel ist in Nordkorea ein US-Bürger wegen „feindlicher Akte“ zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA, ohne nähere Angaben zu den Vorwürfen gegen Pae Jun Ho zu machen. Südkorea stellte indes für Firmen, die von der Schließung des gemeinsamen Industriekomplexes Kaesong betroffen sind, Millionenhilfen bereit.

Pae Jun Ho, der sich in den USA Kenneth Bae nennt, war im November im Nordosten des Landes festgenommen worden. Pjöngjang hatte am Wochenende angekündigt, ihn wegen „Verbrechen zum Sturz der Demokratischen Volksrepublik Korea“ vor den Obersten Gerichtshof zu stellen. Pae habe die vorgeworfenen Taten gestanden. Der südkoreanische Aktivist Do Hee Yoon sagte, Pae sei vermutlich festgenommen worden, weil er Fotos von abgemagerten nordkoreanischen Kindern gemacht habe, um für mehr internationale Hilfe zu werben. Pae war nach nordkoreanischen Angaben als Tourist in das abgeschottete Land eingereist. Eine südkoreanische Zeitschrift identifizierte ihn als einen aus Korea stammenden 44-jährigen Tourismusmanager, der mit fünf Touristen durch Nordkorea gereist sei. Das US-Außenministerium forderte eine sofortige Amnestie für den Verurteilten. Dabei verwies Außenamtssprecher Patrick Ventrell auf mangelnde Transparenz in diesem Fall wie im gesamten nordkoreanischen Rechtssystem.

Angesichts der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wolle Pjöngjang den USA mit der Verurteilung Zugeständnisse abpressen, sagte Yang Moo Jin, Professor an der Universität für Nordkorea-Studien in Seoul. Die Lage sei derzeit aber so angespannt, dass dies nicht aussichtsreich sei. In der Vergangenheit waren in Nordkorea wiederholt US-Bürger festgenommen und im Anschluss an Verhandlungen mit ranghohen US-Vertretern wieder freigelassen worden. AFP/dpa

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