Politik : Holger Pfahls - ein Phantom mit vielen Gesichtern

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Der Mann mit den vielen Gesichtern hatte schon viele Titel: beamteter Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Manager bei Daimler. Nun steht Dr. Holger Pfahls auf dem Steckbrief des Bundeskriminalamtes (BKA) im Internet, anzusehen - mit Fahndungsbildern, die sein mögliches Aussehen zeigen - unter www.bka.de/fahndung/personen/pfahls/index.html . Die Polizei ist wegen seiner Verwicklung in das 1991 abgeschlossene Panzergeschäft mit Saudi-Arabien hinter ihm her. Bei diesem Deal soll Pfahls 3,8 Millionen Mark von dem Waffenhändler Karlheinz Schreiber zugesteckt bekommen haben. 1999 verschwand der Jurist von der Bildfläche, seitdem wird der 59-Jährige von der Staatsanwaltschaft Augsburg gesucht. Vorwurf: Verdacht der Bestechlichkeit sowie der Steuerhinterziehung. Wo immer die BKA-Zielfahnder seine Spur aufgenommen zu haben glaubten, entwischte er. Zuletzt wurde er auf den Philippinen vermutet. Dann hieß es, der gesundheitlich labile Politiker sei womöglich schon tot. Seine in der Schweiz lebende Frau zählte dem Tagesspiegel hingegen die schwierigen Gebirgspässe auf, die sie zuvor gemeinsam per Fahrrad bewältigt hätten. Wo immer sich Pfahls versteckt, die Zeit arbeitet für ihn: die Vorwürfe sollen 2002 verjähren. Wann genau er nichts mehr fürchten muss, ist aber auch unter Juristen strittig. Den von der Staatsanwaltschaft errechneten Termin will Leiter Reinhard Nemetz nicht preisgeben: "Wir wollen Pfahls keine Kalkulationsgrundlage bieten."

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