Politik : Holocaust: Opfer verklagen französische Bahn

Überlebende des Holocaust wollen die französische Nationale Bahngesellschaft (SNCF) verklagen. SNCF habe im Zweiten Weltkrieg von dem Transport von Tausenden Menschen, die meisten davon jüdischen Glaubens, in deutsche Konzentrations- und Arbeitslager profitiert, heißt es in der Anklage. "Sie (die SNCF) haben direkt mit den Nazis zusammengearbeitet, die Strecken festgelegt und die Waggons ausgesucht", sagte die Anwältin Harriet Tamen am Mittwoch in New York. Sechs US-Anwälte vertreten rund 100 Überlebende vor einem US-Gericht.

In der Klage hieß es, nach dem Krieg habe die SNCF keine Anstalten gemacht, diejenigen, die schlecht behandelt und abtransportiert worden seien oder deren Verwandte zu entschädigen. Stattdessen habe die SNCF weitere Bezahlung für ihre Kriegs-Aktivität verlangt und erhalten. Die Überlebenden fordern Schadenersatz von der SNCF. Den Gerichtsakten zufolge beruft sich die französische Bahngesellschaft auf das Gesetz über die Staatenimmunität von 1976. Das Gesetz wirke rückwirkend und demnach dürfe die SNCF vor einem US-Gericht nicht angeklagt werden, argumentierte SNCF.

Im März 1998 hatten in den USA Zwangsarbeiter Klage gegen deutsche Unternehmen eingereicht. In der kommenden Woche soll das erste Geld überwiesen werden. Die tschechische Regierung will Zwangsarbeitern und anderen NS-Opfern über 80 Jahren einen Vorschuss ihrer Entschädigung zahlen.

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