Politik : Holocaust-Überlebende: Nicht zu beziffern

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So penibel die Nazis in ihrer Buchhaltung waren, so schwierig gestaltet es sich nun, den heutigen Gegenwert und die Entschädigung zu errechnen. Wie beziffert man beispielsweise bei arisierten Mietwohnungen entgangene Wohnrechte, die Unbill durch erzwungene Verlegung in Sammelwohnungen oder in Baracken, deren Standard von den Nationalsozialisten gezielt auf tiefstmöglichem Niveau gehalten wurde? Wie sind Ersatzbeschaffungen nach dem Krieg zu bewerten - und die entwürdigenden bürokratischen und menschlichen Schikanen, denen jüdische Rückwanderer im bleibend antisemitischen Wiener Milieu noch über Jahre ausgesetzt waren?

In den zurückliegenden Jahrzehnten hat Österreich immer darauf verwiesen, dass es zwischen 1946 und 1951 sieben Rückstellungsgesetze erlassen habe. Diese jedoch hatten den Kreis der Anspruchsberechtigten so weit wie irgend möglich eingeengt. Verbürgt ist das Motto eines Nachkriegs-Innenministers: "Ich bin dafür, die Sache in die Länge zu ziehen."

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