Holocaust-Vergleich : Vertriebenen-Präsidentin kritisiert Steinmeier

Erneut sorgt ein Holocaust-Vergleich für Aufregung: Polnische Politiker verglichen Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach indirekt mit Holocaust-Leugner Bischof Williamson. Steinbach fordert nun, dass Außenminister Steinmeier sie vor derartigen Behauptungen in Schutz nehmen müsse.

Steinbach Steinmeier
Liegen im Clinch: Steinmeier und Steinbach. -Foto: dpa

BerlinVertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach hat nach der Kritik an ihrer Person Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) scharf kritisiert. Sie fühle sich nach Äußerungen des Deutschland-Beauftragten der polnischen Regierung, Wladyslaw Bartoszewski, von Steinmeier im Stich gelassen, sagte die 65-jährige Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) der "Bild"-Zeitung. "Es wäre Aufgabe des deutschen Außenministers, deutsche Bürger vor solchen Vergleichen in Schutz zu nehmen. Erst recht dann, wenn man Duzfreund von Altkanzler Schröder ist, der sich nicht entblödet, den Holocaust-Leugner und iranischen Präsidenten Ahmadinedschad in Teheran zu hofieren."

Auslöser des Streits ist die Besetzung des Stiftungsrats für die in Berlin geplante Vertriebenen-Gedenkstätte. Die CDU-Politikerin Steinbach soll nach dem Wunsch der Vertriebenenverbände in das Gremium einziehen, polnische Politiker lehnen dies jedoch strikt ab. Sie werfen Steinbach seit Jahren vor, die Geschichte umdeuten und damit die deutsche Schuld am Zweiten Weltkrieg relativieren zu wollen. Der polnische Deutschland-Beauftragte Bartoszewski hatte erklärt, eine Berufung Steinbachs in den Stiftungsrat sei, "als ob der Vatikan den Holocaust-Leugner, Bischof Williamson, zum Bevollmächtigten für die Beziehungen zu Israel ernannt hätte". (sba/dpa)

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