Politik : Hombach geht - wer kommt?

Claudia Lepping

Die Europäische Union hat ihre Konsultationen für die Suche nach einem Nachfolger für Bodo Hombach als Sonderkoordinator des Stabilitätspaktes Südosteuropa begonnen. Es seien aber noch keine Kandidaten benannt, hieß es aus EU-Kreisen. Hoch im Kurs steht nach Tagesspiegel-Informationen der frühere französische Europaminister Alain Lamassoure. Der 57-Jährige war bis 1997 Staatssekretär für Finanzen und ist heute Europa-Parlamentarier der "Union für die französische Demokratie" (UDF).

Frankreich hat den Posten des ständigen EU-Repräsentanten in Mazedonien inne. Italien werde deshalb mit seinem ehemaligen Außenminister Gianni de Michaelis einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, hieß es. Als Stabilitätspaktkoordinator im Gespräch sind außerdem mit dem Schweden Carl Bildt der frühere internationale Bosnienbeauftragte, mit Marti Ahtisaari aus Finnland der Architekt des Kosovo-Friedensvertrages und mit Bernard Kouchner der damalige UN-Administrator des Kosovo.

Die Bundesregierung will dem Vernehmen nach nur dann einen Kandidaten benennen, falls die EU-Partner den Posten nicht aus ihren Reihen besetzen wollen. Das Auswärtige Amt wollte sich dazu nicht äußern, betonte aber, dass "es jemand werden muss, der die Power hat, die Dinge in Südosteuropa zu bewegen". Spekulationen, nach denen Rot-Grün den CDU-Vizefraktionschef Volker Rühe als möglichen Anwärter für den Posten im Blick hätte, wollte niemand bestätigen.

Der Stabilitätspakt Südosteuropa wurde Ende Juli 1999 in Sarajevo aus der Taufe gehoben. Er brachte die Staaten der Region an einen Tisch und half, die Probleme bei Demokratisierung, Wirtschaftsaufbau und Flüchtlingsrückkehr grenzüberschreitend und friedlich anzugehen.

Unter der Regie des ebenfalls zum Januar kommenden Jahres ausscheidenden Koordinators für Flüchtlingsfragen, Hans Koschnick (SPD), einigten sich Bosnien, Kroatien und Ex-Jugoslawien (Serbien und Montenegro) über die Minderheitenrückkehr. Die Geberländer des Stabilitätspaktes werden dieses Projekt mit 55 Millionen Euro fördern.

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