Politik : Homburger gibt Union Schuld an Krise von Schwarz-Gelb

Offenburg - Die Vorsitzende der FDP- Bundestagsfraktion, Birgit Homburger, hat bei ihrer Wiederwahl zur baden- württembergischen Landeschefin einen Dämpfer erhalten. Die 45-jährige Südbadenerin bekam am Samstag beim Landesparteitag in Offenburg nur 66,8 Prozent der Stimmen. Das ist ihr mit Abstand schlechtestes Ergebnis. Homburger führt die Südwest-FDP seit 2004. Bei ihrer Wahl 2008 hatte sie 85,5 Prozent erhalten.

Gut acht Monate vor der Landtagswahl in Baden- Württemberg hat die FDP Justizminister Ulrich Goll zum Spitzenkandidaten gekürt. Der 60-Jährige erhielt am Samstag von den etwa 300 Delegierten einhellige Zustimmung. Nur ein Delegierter enthielt sich. Der Vize-Ministerpräsident sprach von einem „riesigen Vertrauensbeweis“. Zuletzt war der dienstälteste Justizminister Deutschlands wegen seines Bekenntnisses zum Waffenbesitz und seinem Nein zum Kauf der CD mit Daten von Steuerbetrügern in die Kritik geraten.

Birgit Homburger warb in ihrer Rede dafür, der schwarz-gelben Koalition im Bund eine Chance zu geben. „Wir haben verstanden, dass sich etwas ändern muss.“ Die 45-Jährige gab zu: „Die Lage für die FDP ist schwierig. Die Stimmung ist gedrückt.“ Das Hauptproblem sei gewesen, dass die Projekte der Regierung in den eigenen Reihen zerredet worden seien. Deshalb müsse das Motto jetzt heißen: „Schluss mit der Streiterei.“ Homburger machte die Union als Hauptschuldigen für die Probleme aus: „Wir mussten erfahren, dass sich die CDU verändert hat, sich zäher aus der früheren Koalition verabschiedet als gedacht.“ dpa

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