Horn von Afrika : EU-Soldaten sollen Piraten künftig auch am Strand angreifen

Am Horn von Afrika blüht die Seeräuberei. Das zwingt die EU dazu, neue Wege zu gehen. So soll die EU-Mission „Atalanta“ Piraten auch am Strand angreifen dürfen. Auch deutsche Soldaten könnten dabei sein.

Mehrere deutsche Fregatten der Deutschen Marine sind in Anti-Piraten-Mission am Horn von Afrika unterwegs.
Mehrere deutsche Fregatten der Deutschen Marine sind in Anti-Piraten-Mission am Horn von Afrika unterwegs.Foto: dpa

Im Kampf gegen die Seeräuberei am Horn von Afrika soll die EU-Schutztruppe „Atalanta“ noch härter durchgreifen können. Sie soll künftig Boote und Einrichtungen somalischer Piraten auch am Strand zerstören dürfen. EU-Diplomaten bestätigten am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der Auswärtige Dienst der EU sei gebeten worden, dies mit der somalischen Übergangsregierung abzustimmen. Diese habe bereits Unterstützung signalisiert.

Bei den Plänen geht es darum, die Logistik der Piraten am Strand durch Beschuss vom Flugzeug oder Schiff aus zu zerstören - nicht aber um den Einsatz von Landtruppen. Ein solcher Strategiewechsel würde auch die deutsche Marine, die seit 2008 an der Mission beteiligt ist, betreffen. Allerdings müsste Deutschland sich nicht automatisch beteiligen.

„Wenn es zu einer Erweiterung der Missionsaufgaben kommt, ist selbstverständlich ein Mandat des Deutschen Bundestages erforderlich“, betonte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin. „Jede Neuausrichtung der Atalanta-Mission muss gründlich geprüft werden.“ Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin bestätigte auf Anfrage, dass sich das Politische und Sicherheitspolitische Komitee der EU vor Weihnachten, am 20. Dezember, mit der Zerstörung von Piraterielogistik am Strand befasst habe.

Wie Diplomaten in Brüssel berichteten, hat das Komitee den Kommandeur der EU-Operation beauftragt, den Operationsplan und die Einsatzregeln anzupassen. Die Mitgliedsstaaten müssen dem zustimmen. Ein offizieller Beschluss wird vorbereitet und könnte beim nächsten Treffen der EU-Außenminister im neuen Jahr fallen, hieß es in Brüssel.

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