Politik : Huber und Seehofer hakeln um Stoibers Nachfolge

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München/Berlin – Der Streit um den CSU-Vorsitz wird in einer Kampfabstimmung auf dem nächsten Parteitag ausgetragen. Das ist das – nicht mehr überraschende – Ergebnis der dritten und letzten Beratungsrunde mit den Kontrahenten Erwin Huber und Horst Seehofer beim scheidenden Parteichef Edmund Stoiber. Weder Huber noch Seehofer waren zum Verzicht bereit; der bayerische Wirtschaftsminister und der Bundesagrarminister dürften daher am Montag im CSU-Vorstand ihre Bewerbung offiziell anmelden.

Der Ausgang des Rennens ist nicht leicht abzuschätzen. Huber kann auf die Mehrzahl der Funktionäre in der Partei setzen. Auch weisen seine Anhänger darauf hin, dass mit dem Wirtschaftsreformer Huber und dem populären Innenminister Günther Beckstein als Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten die inhaltliche Spannbreite der CSU besser abgedeckt wäre als mit dem stark als Sozialpolitiker profilierten Seehofer. Beckstein hat bei dem Treffen am Freitag dem Vernehmen nach seine Präferenz für Huber bekräftigt, ohne sich auf eine längere Debatte darüber einzulassen, ob er auch mit einem Parteichef Seehofer zusammenarbeiten könnte.

Seehofer gilt unter den Profis der Partei als schwerer berechenbar, ist dafür aber an der CSU-Basis weitaus beliebter als sein Gegenspieler. Huber wird dort gelegentlich angekreidet, dass er als Stoibers Staatskanzleichef einen für Bayern ungewohnt harten Sparkurs durchgesetzt hatte. Seehofer kann außerdem für sich verbuchen, dass er bundesweit der bekannteste CSU-Politiker nach Stoiber sein dürfte.

In der CSU ist die Einschätzung weit verbreitet, dass Huber die Mehrheit eines Parteitags sicher ist, wenn sich die rund 1000 Delegierten an die Vorabsprachen unter den Bezirks- und Kreischefs halten. Allerdings sind traditionell über zwei Drittel der Delegierten keine Funktionäre, sondern einfache Parteimitglieder, die ein glänzender Redeauftritt Seehofers stark beeindrucken könnte. bib

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