Politik : Huckepack

Hans Monath

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Sozialdemokraten haben sich schon immer dafür interessiert, wie man mit leichten Lasten durchs Leben kommt. Ein ganz besonderes Verhältnis. Nicht umsonst hat das Parteiarchiv in Bonn Dutzende Aktentaschen von Herbert Wehner in Regalen gestapelt und hortet sie wie SPD-Reliquien. Der moderne Sozialdemokrat aber trägt Rucksack statt Aktentasche – so wie Andrea Nahles. Nach dem Parteitag von Bochum hätte sich die Parteilinke fast von ihrem wichtigen Gepäckstück getrennt – unfreiwillig allerdings. Im Shuttlebus vom Kongresszentrum zum Hauptbahnhof vertauschte sie nämlich ihr schwarzes „Bagpack“ mit dem eines Journalisten und strebte so falsch ausgerüstet fröhlich auf den Bahnsteig. Ein bisschen wunderte sich die frühere Juso-chefin, warum der Rucksack so leicht war. Der Journalist hatte inzwischen das falsche Gepäckstück anhand eines Notizblocks als das von Andrea Nahles identifiziert und rannte durch den Bahnhof, um die Politikerin zu suchen. Nur weil deren Zug Verspätung hatte, gelang der Austausch noch. Merke: Wer zu früh kommt, den belohnt das Leben. Ob das auch für die hohe Politik gilt?

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