Humanitäre Krise : Milliarden gegen die Not der Syrer

Viele Staaten sagen Kriegsopfern Hilfe zu. Allein der Emir von Kuwait will mit 360 Millionen Euro helfen. Allerdings sind die Zusagen der vorhergehenden Konferenz nur etwa zur Hälfte eingehalten worden.

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Eine Gruppe Männer und Kinder mit Tüten bepackt
Immer mehr Syrer retten sich in die Nachbarländer. Diese Gruppe versucht in die Türkei zu entkommen. Fast die Hälfte der syrischen...Foto: AFP

Bei der zweiten Geberkonferenz für Syrien in Kuwait am Mittwoch haben sich viele Staaten bereit erklärt, Mittel in Milliardenhöhe zur Verfügung zu stellen. Die UN hatten die internationale Gemeinschaft um 4,7 Milliarden Euro für 2014 gebeten – der größte Spendenaufruf zur Bewältigung einer einzelnen Krise in der Geschichte. Bis Ende 2014 wird die Zahl bedürftiger Syrer inner- und außerhalb des Landes auf 13 Millionen ansteigen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung.

Syrische Kinder von Hunger bedroht
Insgesamt sollen mehr als zwei Millionen Kinder aus Syrien nicht mehr ausreichend zu essen bekommen. Das berichtet die Hilfsorganisation "Save the Children".Weitere Bilder anzeigen
1 von 10Foto: Rob Holden/Save the Children
24.09.2013 13:23Insgesamt sollen mehr als zwei Millionen Kinder aus Syrien nicht mehr ausreichend zu essen bekommen. Das berichtet die...

Die größte Einzelspende kommt aus Kuwait. Emir Scheich Sabah al Ahmad al Sabah kündigte an, sein Land wolle gut 360 Millionen Euro bereitstellen. Die USA werden die Vertriebenen mit weiteren 278 Millionen Euro unterstützen. Die EU will zusätzlich 165 Millionen Euro spenden. Deutschland hat seine Nothilfe nochmals um 80 Millionen Euro aufgestockt. Doch das in Aussicht gestellte Geld reicht kaum aus, um den Bedarf an Lebensmitteln, Kleidung, Zelten und Medikamenten zu decken. Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) etwa benötigt für den Kampf gegen den Hunger in und um Syrien 25 Millionen Euro – pro Woche. „Wir stecken in einem Dilemma: Die Krisenmüdigkeit nimmt zu, während die Krise selbst immer dramatischer wird“, sagt Ralf Südhoff, Direktor von WFP-Deutschland. „Das macht uns große Sorgen. Das Ergebnis der Geberkonferenz trägt nicht dazu bei, diese Sorgen zu entkräften.“

Ekkehard Forberg von World Vision sieht das ähnlich. Mit den zugesagten Mitteln könne zwar vielen Menschen geholfen werden. „Es ist aber absehbar, dass die internationale Gemeinschaft schon bald nachbessern muss, um mehr als das Allernötigste tun zu können.“ Christof Johnen, Leiter Internationale Zusammenarbeit beim Deutschen Roten Kreuz, begrüßt zumindest, dass das Thema durch die Geberkonferenz auf die internationale Agenda gehoben wurde. „Wir hoffen, dass von ihr positive Signale ausgehen. Im Sinne der syrischen Bevölkerung.“

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