Politik : Hund und Katze

Stephan-Andreas Casdorff

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Holly Golightly – so ähnlich klang doch der Name der jungen, entzückenden Frau, die bei Tiffany frühstücken wollte. Leichtfüßig, ein wenig herumtollend, so wirkte sie. Ob hier wohl einer der Gründe zu suchen ist, warum die Schröders ihren Hund Holly nennen? Das würde dann möglicherweise eine teure Angelegenheit; nicht, dass die junge Dame dann eine Perlenkette als Halsband möchte …

Aber sei’s drum, der Hund ist da und braucht Streicheleinheiten. Was allerdings dann vielleicht dazu führt, dass Kater Schnurri, der auch im Haus lebt, sich beleidigt zurückzieht und schmollt. Oder dem Kanzler womöglich eine überzieht, gleichsam die Opposition im eigenen Haus spielt. Der Satz dazu steht schon fest: „Ich finde das zum Teil zum Kotzen.“ Was übersetzt heißt: Wir bleiben zusammen, wie Hund und Katze.

Dass alles funktionieren kann, ohne an der Autorität zu kratzen, hat Gerhard Schröder nämlich jemand vorgemacht, der noch ein bisschen größer ist als er: Bill Clinton. Der US-Präsident hatte sowohl Katze als auch Hund, und der Hund war sein bester Buddy. Begeistert begrüßte der ihn jeden Abend schwanzwedelnd bei der Heimkehr, Buddy Billy.

So ähnlich soll es mit Holly werden, hat Doris auch gesagt. Holly Golightly, das passt: Holly springt und tollt herum, sie „rastet vor Freude aus“, wenn der Ehemann nach Hause kommt, weiß die Kanzlerin zu berichten. Damit wissen wir im Übrigen, wie lange Gerhard Schröder im Kanzleramt bleiben will: acht Jahre. So viele Jahre halten die es aus, die an der Macht sind, wenn Hund und Katze regieren.

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