• Hunderte folgen Aufruf von antisemitischer Partei: Nazi-Demo in Ungarn vor Jüdischem Weltkongress
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Hunderte folgen Aufruf von antisemitischer Partei : Nazi-Demo in Ungarn vor Jüdischem Weltkongress

Der Jüdische Weltkongress tagt in Budapest. Denn der wachsende Rassenhass in Ungarn erregt Besorgnis. Regierungschef Orban verurteilt den Antisemitismus im Allgemeinen. Gegen die Hetze der rechtsextremen Jobbik-Partei findet er jedoch keine Worte.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban sollte am Abend die Eröffnungsrede des Jüdischen Weltkongresses halten Foto: dpa
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban sollte am Abend die Eröffnungsrede des Jüdischen Weltkongresses haltenFoto: dpa

Vor dem Beginn der Jahresversammlung des Jüdischen Weltkongresses (WJC) haben hunderte Menschen in der ungarischen Hauptstadt Budapest an einer antizionistischen Demonstration teilgenommen. Rund 500 Menschen folgten dem Aufruf der rechtsextremen Jobbik-Partei und versammelten sich in der Innenstadt, um „die Opfer von Zionismus und Bolschewismus zu würdigen“. Der Jobbik-Vorsitzende Gabor Vona forderte bei der Kundgebung Juden dazu auf, sich für Verbrechen während der kommunistischen Herrschaft in Ungarn zu entschuldigen, da in dieser Zeit auch jüdische Politiker zur Führung gehört hätten. Laut dem Fernsehsender ATV sagte er zudem, Geld für die Entschädigung von Holocaust-Überlebenden hätte besser anders verwendet werden können.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban versuchte die Besorgnis wegen des zunehmenden Antisemitismus in seinem Land zu zerstreuen. „Aus moralischer Verpflichtung heraus haben wir null Toleranz gegenüber dem Antisemitismus verkündet“, sagte Orban vor dem Plenum des WJC. „Antisemitismus ist inakzeptabel und nicht zu dulden.“ Auf greifbare Maßnahmen, um diese auch international kritisierte Erscheinung in seinem Land einzudämmen, ging der rechtskonservative Regierungschef nicht ein. An diesem Montag spricht Bundesaußenminister Guido Westerwelle zu den Delegierten.

In Ungarn machten zuletzt immer wieder judenfeindliche Vorfälle Schlagzeilen. Jobbik kam bei der Wahl 2010 auf 17 Prozent der Stimmen. Die zunehmend judenfeindliche Stimmung im Land führte dazu, dass der JWC Budapest als Ort für die Jahresversammlung 2013 auswählte, um Solidarität mit den ungarischen Juden zu zeigen. (AFP)

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