Politik : Hunderte Tote bei Kämpfen in Mogadischu

Genf - Bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Aufständischen der radikalislamischen Shebab-Miliz sind in den vergangenen zwei Wochen in der somalischen Hauptstadt mindestens 230 Zivilisten getötet worden. Wie die Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Melissa Fleming, am Dienstag in Genf sagte, wurden mindestens 400 Menschen verletzt und 23 000 weitere aus ihren Häusern vertrieben. Das Flüchtlingshilfswerk sei angesichts der weiteren Verschlimmerung der Lage in Mogadischu „alarmiert“, erklärte Fleming.

Zuletzt brachen in der Nacht zum Dienstag erneut schwere Gefechte aus. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur epd in Nairobi am Dienstag von Artilleriefeuer auf Wohngebiete im Süden der Stadt, das die ganze Nacht angehalten habe. Auf den Straßen lägen Leichen, Ärzte kämen mit der Behandlung von Dutzenden Verletzten nicht nach. Besonders schwer unter Beschuss sei der Bakara-Markt, den islamistische Milizen als Basis nutzen, um gegen Truppen der Regierung und der afrikanischen Militärmission Amisom vorzugehen.

Vor der Gewalt in der somalischen Hauptstadt flohen dem UNHCR zufolge in diesem Jahr bereits 200 000 Menschen. Mittlerweile seien die Straßen in Mogadischu verwaist, sagte Fleming. Die in der Stadt verbliebenen Menschen hätten Angst, auf die Straßen zu gehen und versuchten ihre letzten Habseligkeiten gegen einen Platz an Bord von Bussen einzutauschen, die Mogadischu verlassen.

Die Shebab-Miliz, die sich offen zum Terrornetzwerk Al Qaida bekennt, hatte den „Heiligen Krieg“ gegen die Regierungstruppen und die Soldaten der Friedensmission Amisom ausgerufen. Nach einem Selbstmordanschlag auf ein Hotel in Mogadischu begannen die schwersten Kämpfe seit Monaten. Seit 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg, die derzeitige Regierung des ostafrikanischen Landes hält sich nur mit Mühe an der Macht. AFP/epd

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