• Hunderttausende gegen Rentenreform Demonstranten: Italien wurde unter Berlusconi ärmer und unsicherer

Politik : Hunderttausende gegen Rentenreform Demonstranten: Italien wurde unter Berlusconi ärmer und unsicherer

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(dpa). Mehrere hunderttausend Italiener haben am Samstag in Rom gegen die geplante Rentenreform von Ministerpräsident Silvio Berlusconi demonstriert. Die drei größten Gewerkschaften des Landes, die zu den Protesten aufgerufen hatten, sprachen sogar von einer Million Teilnehmern. Es war eine der größten Protestaktionen gegen Berlusconi seit seinem Amtsantritt im Sommer 2001. Die Aktion unter dem Motto „Verteidige deine Zukunft!“ richtete sich auch gegen Sparpolitik der MitteRechts-Regierung im Staatshaushalt 2004. „Nach 30 Monaten Berlusconi ist Italien zu einem ärmeren, stärker gespaltenen und unsicheren Land geworden“, sagte ein Gewerkschaftsführer. Auch viele Politiker der linken Oppositionsparteien nahmen an dem Protestmarsch teil, zu der weitaus mehr Menschen als geplant kamen.

Die Rentenreform ist derzeit eines der größten Streitthemen in der italienischen Politik. Berlusconi beharrt aber darauf, dass das staatliche Rentensystem zusammenbricht, wenn es jetzt nicht grundlegend erneuert wird. Vorbild der Reform seien Deutschland, Österreich und Frankreich. Die Neuregelung sieht vor, dass die Italiener künftig nicht mehr 35 Jahre, sondern 40 Jahre arbeiten müssen, bevor sie Rente bekommen. Derzeit können Arbeitnehmer in Italien schon nach 35 Beitragsjahren und mit 57 Jahren in Rente gehen.

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