Politik : Hungersnot befürchtet UN verlängern Sudan-Mandat nur um eine Woche

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New York Wegen anhaltender Meinungsverschiedenheiten hat sich der Weltsicherheitsrat in der Nacht zum Freitag lediglich auf eine Verlängerung des Mandats für die UN-Mission in Sudan um eine Woche geeinigt. In dieser Zeit wollen die 15 Mitgliedstaaten des Gremiums weiter versuchen, sich auf eine umfangreiche Resolution zur Eindämmung des bewaffneten Konflikts in der westsudanesischen Region Darfur sowie zur Unterstützung des Friedensprozesses im Süden des afrikanischen Landes zu verständigen.

Bei der Mission Unamis, deren Mandat nun einstimmig bis zum 17. März ausgedehnt wurde, handelt es sich um eine Expertengruppe unter der Leitung des UN-Sonderbeauftragten Jan Pronk. Sie hat die Aufgabe, einen umfangreichen UN-Einsatz mit einer Friedenstruppe aus rund 10000 Soldaten vorzubereiten. Während UN-Experten warnen, dass in Darfur hunderttausende Menschenleben gefährdet sind, behindern Interessengegensätze ein einheitliches Vorgehen des Sicherheitsrates. Nach Angaben von UN-Diplomaten sind Russland, China und Algerien bisher nicht bereit, den von den USA geforderten Sanktionen gegen die sudanesische Regierung zuzustimmen. Washington hingegen verweigert seine Zustimmung zu der Verfolgung der Verantwortlichen für Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Sudan durch den Internationalen Strafgerichtshof (IGH). Die USA erkennen den IGH nicht an und verlangen stattdessen ein noch zu schaffendes UN-Sondergericht in Tansania.

Zusätzlich sind die Menschen in Darfur jetzt noch durch eine Dürre und daraus resultierenden Nahrungsmittelmangel bedroht. Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, warnte am Freitag in Köln, dass das Leben von etwa 550000 Kindern unter fünf Jahren gefährdet ist. Selbst Krankheiten wie Masern oder Durchfall könnten für unterernährte Kinder tödlich sein. Außerdem habe nur die Hälfte der gut 1,6 Millionen Vertriebenen Zugang zu sauberem Wasser.dpa

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