Politik : "Hurensohn" Clinton - Hat Jelzin das gesagt?

Thomas Seibert

Hat er es gesagt oder nicht? Ein angeblich vom wütenden russischen Präsidenten Boris Jelzin ausgestoßenes Schimpfwort über US-Präsident Bill Clinton sorgte am Rande des OSZE-Gipfels in Istanbul für Aufregung. "Hurensohn", soll Jelzin im Ball-Saal des Konferenzzentrums im Istanbuler Ciragan-Palast recht vernehmlich gemurmelt haben, als Clinton ein Ende des Tschetschenien-Konfliktes forderte. Die russische Delegation dementierte später zwar den Wutausbruch ihres Staatschefs, doch: "Im Saal erstarrte die Atmosphäre zu Eis", berichtete die türkische Zeitung "Hürriyet" am Freitag. Aber obwohl die Russen mit deutlichem Unwillen auf die Kritik des Westens am Tschetschenien-Krieg reagierten, zeigte ihre Zustimmung zu KSE-Vertrag, Sicherheitscharta und Istanbuler Schlusserklärung, dass ihnen trotz allem am OSZE-Prozess gelegen ist. "Diese Interessen überwogen am Ende", sagte ein ranghoher westlicher Diplomat nach der Einigung mit Moskau.

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