IAEO : Atombehörde macht Druck auf Iran

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohamed al Baradei, hat dem Iran eine "Verschleierungstaktik" im Hinblick auf dessen Atomprogramm vorgeworfen.

GenfVor dem Gouverneursrat der Atombehörde in Wien sprach er am Montag von einer „möglichen militärischen Dimension“ des Programms. Vorher hatte der US-Generalstabschef Mike Mullen die Debatte angeheizt. In einem TV-Interview hatte dieser auf die Frage, ob der Iran jetzt genug spaltbares Material zum Bau einer Atombombe habe, gesagt: „Wir glauben, sie haben es, ganz offen gesagt.“ Später versuchte ein Sprecher Mullens, die Aussagen zu relativieren. US-Verteidigungsminister Robert Gates sagte zudem: Die Iraner seien „nicht nahe an einer Waffe“. Nachdem alle bisher verhängten Sanktionen gegen den Iran wenig Wirkung gezeigt haben, debattieren die USA und die EU-Staaten Deutschland, Großbritannien und Frankreich derzeit über weitere Strafmaßnahmen, um das Land zur Zusammenarbeit mit der IAEO zu bewegen. Al Baradei bemängelte am Montag vor allem die fehlende Kooperationsbereitschaft der Iraner. Ohne eine transparente Zusammenarbeit könne die IAEO nicht ausschließen, dass die Atomspezialisten des Gottesstaates Nuklearmaterial versteckten und geheime Pläne verfolgten. Al Baradei forderte den Iran auf, das sogenannte Zusatzprotokoll mit der IAEO zu ratifizieren. Dieses Abkommen ermächtigt Inspekteure, verstärkte Kontrollen durchzuführen. Der ägyptische IAEO- Chef kritisierte auch, dass Teheran entgegen den Forderungen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen weiter Uran anreichert und am Bau eines Schwerwasserreaktors festhält, bei dessen Betrieb waffenfähiges Material anfällt. jdh

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