Politik : < i>< b>Syrien: Kinder berichten über Folter

Beirut/Berlin - Sie haben Schreckliches erlebt: Syrische Kinder werden offenbar gefoltert oder als menschliche Schutzschilde missbraucht. Das geht aus Zeugenberichten hervor, die die britische Hilfsorganisation „Save the Children“ am Dienstag veröffentlichte. Unklar bleibt allerdings oftmals, welche Seite der Bürgerkriegsparteien für die Gräueltaten verantwortlich ist. Insgesamt kommen in dem Bericht 18 Kinder zu Wort.

So sah der 16-jährige Wael einen kleinen Jungen vor seinen Augen sterben. „Er überlebte nur drei Tage, dann starb er einfach. Er hatte die ganze Zeit schreckliche Angst.“ Der 15-jährige Chalid berichtete: „Sie hängten mich an meinen Handgelenken an die Decke, meine Füße waren über der Erde, und dann wurde ich geschlagen. Wir sollten reden, irgendetwas gestehen.“ Die neunjährige Nur erzählte: „Es gab nichts, was sie nicht benutzten, um uns zu verletzen.“ Eine traumatische Erfahrung: „Ich spiele nicht. Warum? Weil ich nicht mehr jung bin.“

Auch Hassan hat den Schrecken mit eigenen Augen gesehen: Sie machen sich einen Schutzschild aus Kindern“, sagte der 14-Jährige. Und: „Die Kinder brauchen Hilfe, weil man sie foltert, bombardiert, auf sie schießt.“

Nahezu jedes der befragten Kinder hat in dem bereits 18 Monate andauernden Syrien-Konflikt ein Familienmitglied verloren. „Kein Kind sollte je diese Gräuel sehen, die unseren Mitarbeitern täglich vor Ort geschildert werden“, sagte Justin Forsyth, ein Vertreter der Organisation „Save the Children“, nach einem Besuch syrischer Flüchtlingslager in Jordanien. „Es sind Geschichten von Folter, Mord und Terror.“ Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von „Save the Children Deutschland“, forderte: „Das Morden in Syrien muss sofort gestoppt werden.“ dpa

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