Politik : „Ich fühle mich Ausländern immer noch näher“

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Als ich in Berlin ankam, haben die Leute erstmal durch mich hindurch gesprochen. Ich wurde neben meinem Mann praktisch als Möbelstück gesehen und kaum wahrgenommen. Also musste ich schnell Deutsch lernen. Jetzt habe ich viele Freunde hier, fühle mich Ausländern aber immer noch näher als den UrBerlinern. Man hat eben gemeinsame Erfahrungen als Zugereiste. Die Leute sind hier sehr misstrauisch, regen sich unnötig über Dinge auf, haben Angst vor dem Unbekannten. Aufgefallen sind mir diese Sprüche: „Kann ja jeder kommen“ oder: „Wenn man das einreißen lässt“. Dieses ruppige Miteinander hängt natürlich auch mit der Großstadt zusammen. Ich bin auf einem Hof mitten im Wald aufgewachsen, übrigens ohne Fernseher, und gehe skandinavisch-naiv einfach auf Leute zu. Doch viele möchten das gar nicht und grenzen sich lieber ab.

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