Politik : Ich komm’

Die Maueröffnung am 9. November 1989 hat alle überrascht – so sehr, dass mancher in Berlin das Ereignis verschlafen hat.

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Die einen haben die Nacht verschlafen, die anderen haben durch gemacht. Zehntausende aus dem Ostteil Berlins und aus vielen Gegenden der DDR sind sofort „rübergemacht“, andere wollten erst mal abwarten, was daraus wird. Fast alle im Osten waren fassungslos, die im Westen waren kaum weniger überrascht. Ein Traum wurde wahr, den viele schon verloren glaubten. Andere wurden unsanft aus einem Traum gerissen, in dem sie sich die DDR als Insel der Glückseligkeit ausgemalt hatten.

Nach diesem Abend und dieser Nacht war nichts mehr wie vorher. Mit dem Abstand von 15 Jahren schauen wir erfahrener, vielleicht auch ein wenig nüchterner zurück auf jenen 9. November 1989, an dem die Mauer fiel. Aber wenn die Erinnerungen auf uns einstürmen, lassen wir uns gern wieder anstecken von der einzigartigen Stimmung des Augenblicks, jenem Hochgefühl, das sich an diesem Abend in dem einen Wort Bahn brach: „Wahnsinn!“

Wir haben ein paar solcher Erinnerungen von Menschen aus Ost und West eingesammelt. Die Porträtfotos von damals und heute zeigen, dass 15 Jahre im Leben eines Menschen rein äußerlich betrachtet keine so riesige Zeitspanne sind. Und dennoch: Wie viel Leben hat in diese anderthalb Jahrzehnte hineingepasst, wie viel Veränderung, wie viel Herausforderung. Auch davon erzählen die Erinnerungen. Tsp

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