Politik : „Ich verdamme Terror“

PLO-Vordenker kritisiert Selbstmordattentate / Angriff auf Gaza

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Berlin (M.G./AP) . Ein Ende der palästinensischen Gewaltakte gegen Israel hat der PLORepräsentant in Ost-Jerusalem und Präsident der Al-Quds-Universität in Jerusalem, Sari Nusseibeh, gefordert. Er verdamme Terror und Selbstmordattentate, „als Palästinenser und als Mensch“, sagte Nusseibeh am Mittwoch auf einer Veranstaltung von Einstein-Forum und Haus der Kulturen in Berlin. Der PLO-Politiker forderte, die palästinensische Führung müsse stärker gegen Gewalt Position beziehen. Gewalt und Radikalisierung seien nicht im Interesse des palästinensischen Volkes. Eine Lösung des Konfliktes mit Israel könne es nur durch Verhandlungen geben. Wenn die Bevölkerung jedoch – wie im Augenblick – keine politischen Vorteile und Perspektiven für sich sähe, werde es nicht gelingen, den Einfluss der Radikalen einzudämmen.

Der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, erklärte, solange die Palästinenser nicht in Würde und Unabhängigkeit leben könnten, werde Israel keinen Frieden und keine Sicherheit haben. Eine Trennung von Israelis und Palästinensern sei die einzig realistische Lösung. Israel müsse die Siedlungen auflösen, seine Besatzung beenden und die Gründung eines palästinensischen Staates zulassen. Primor kritisierte den großen Einfluss der Siedler auf die Regierung Scharon. Diese würden von einem „sehr beträchtlichen Teil“ der israelischen Bevölkerung unterstützt, dem die Besetzung palästinensischer Gebiete wichtiger sei als Frieden. Diese Fundamentalisten seien ideologisch motiviert und hätten das Oslo-Abkommen gezielt torpediert.

Primor betonte, die Mehrheit der israelischen Bevölkerung sei zu Konzessionen an die Palästinenser bereit, „wenn sie einer Friedenslösung vertrauen können“. Doch die palästinensische Seite habe trotz Oslo den Terrorismus nie richtig gestoppt. „Israel hat von den Palästinensern nie ein Gefühl der Sicherheit bekommen.“

Unterdessen wurde bei einem israelischen Raketenangriff auf die palästinensische Autonomiebehörde in Gaza ein militanter Palästinenser getötet. Vier weitere Menschen wurden nach palästinensischen Angaben verletzt. Vier Raketen seien in ein Büro des Innenministeriums eingeschlagen.

Nach der Sprengung eines Nahrungsmittellagers der Vereinten Nationen durch israelische Soldaten verlangten die USA eine Aufklärung des Vorfalls. Die USA seien über die Zerstörung des Lagers in Gaza „zutiefst verstört“. Die US-Regierung halte es für „unerlässlich“, dass Israel „die Umstände dieses Zwischenfalls“ untersuche, sagte US-Außenamtssprecher Philip Reeker.

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