Politik : Identität im Wandel: Warum das Bundesland noch immer in der Krise steckt

Nordrhein-Westfalen ist mit fast 18 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Bundesland, der Wirtschaftsraum Rhein-Ruhr das größte industrielle Ballungsgebiet Europas. Wie kein anderes westliches Bundesland steckt Nordrhein-Westfalen noch immer in einem tief greifenden Strukturwandel. Insgesamt 1,4 Millionen Arbeitsplätze sind nach Angaben der Landesregierung in den vergangenen 20 Jahren in den klassischen Industriezweigen verloren gegangen, vor allem im Montansektor. Kohle und Stahl haben ihre dominierende Stellung längst eingebüßt, aber im öffentlichen Bewusstsein trotzdem immer noch eine starke, in der Region identitätsstiftende Bedeutung.

Gravierendste Folge ist eine im westdeutschen Vergleich mit 9,9 Prozent überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit. Zuletzt waren an Rhein und Ruhr rund 813.000 Erwerbslose gemeldet. Zum Zugpferd der nordrhein-westfälischen Wirtschaft entwickelt sich immer mehr die Medien- und Kommunikationswirtschaft, um deren Ansiedlung sich Wolfgang Clement schon in seiner Zeit als Wirtschaftsminister besonders gekümmert hat. Sie bietet inzwischen rund 200.000 Arbeitsplätze, mehr als Chemieindustrie oder der Fahrzeugbau.

Nordrhein-Westfalen verfügt nach Angaben der Landesregierung inzwischen auch über die dichteste Hochschullandschaft in Deutschland. Insgesamt gibt es mehr als 50 Universitäten und Fachhochschulen. Viele davon im Ruhrgebiet, wo es bis 1965 nicht eine gab.

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