Politik : IG-Metall-Chef macht Platz – für seinen Gegner

Bisheriger Vize Peters gewinnt Reformer Huber als seinen künftigen Vertreter / Zwickel: Übernehme nicht alleinige Verantwortung

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Frankfurt (Main)/Berlin (ro/uwe). IGMetall- Chef Klaus Zwickel ist am Montag als Chef der Metallgewerkschaft zurückgetreten. In Frankfurt (Main) begründete Zwickel dies mit der Erfolglosigkeit seines Versuchs, der IG Metall nach dem gescheiterten Streik in Ostdeutschland zu einem personellen und inhaltlichen Neuanfang zu verhelfen. „Heute muss ich feststellen, dass es diesen Neuanfang, den ich für notwendig halte, nicht geben wird“, sagte er. Sein Nachfolger wird jetzt voraussichtlich der bisherige zweite Mann, Jürgen Peters. Zwickel wirft Peters vor, die IG-Metall-Spitze im Arbeitskampf getäuscht zu haben.

Peters sagte auf einer eigenen Pressekonferenz, er habe mit dem baden-württembergischen Bezriksleiter Berthold Huber, „eine gemeinsame Lösung gefunden“, die er am Mittwoch dem Gesamtvorstand der Gewerkschaft vorstellen wolle.

Diese Lösung sieht vor, dass Peters Vorsitzender der Gewerkschaft wird und Huber, der als sein ärgster Rivale in der Gewerkschaft gilt, als sein Stellvertreter antritt. Damit würde der Vorstandsbeschluss der Gewerkschaft vom 8. April wieder eingesetzt, bei dem die Tandem-Lösung schon einmal verabredet worden war. Nach dem gescheiterten Arbeitskampf um die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland und dem anschließenden Krach in der Gewerkschaft hatte Huber vor 14 Tagen erklärt, er stehe für ein Spitzenamt in der Gewerkschaft nicht mehr zur Verfügung. Vergangene Woche hatte Zwickel versucht, zwei Kandidaten aus dem so genannten Reformerlager der Metallgewerkschaft zu finden, die für den Vorsitz hätten kandidieren können. Dies schlug fehl – nach Informationen des Tagesspiegels aus Furcht vor einer offenen Konfrontation zwischen beiden Lagern der Gewerkschaft auf dem vorgezogenen Gewerkschaftstag Ende August. Dazu hieß es weiter, bei den Reformern habe die Angst gesiegt, in einer Kampfabstimmung gegen Peters zu verlieren – und dann zusehen zu müssen, wie die Organisation auf Peters’ Linie getrimmt werde.

Zwickel sagte, dass er mit seinem Rücktritt ausdrücklich nicht die alleinige Verantwortung für das Streik-Desaster in Ostdeutschland übernehme.

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