Politik : IG-Metall-Krise ungelöst

15-stündige Vorstandssitzung geht ergebnislos zu Ende

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Frankfurt (Main) (Tsp/AFP). Die Machtfrage in der IG Metall bleibt auch nach einer 15stündigen Krisensitzung des Vorstands weiter ungeklärt. Der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Peters sei nicht zu einem Verzicht auf die Kandidatur für das Amt des IG-Metall-Chefs auf dem Gewerkschaftstag im Oktober bereit, teilte IG-Metall-Chef Klaus Zwickel am Dienstagabend nach der Sitzung des Gewerkschaftsvorstands in Frankfurt (Main) mit. Der baden-württembergische Bezirksleiter Berthold Huber stehe für einen Führungsposten im Vorstand der Gewerkschaft nicht mehr zur Verfügung – damit wurde ein Bericht des Tagesspiegel bestätigt. Die vom Vorstand beschlossene Tandemlösung mit Peters an der Spitze und Huber als seinem Vize sei jetzt „nicht mehr existent“.

Zwickel hatte dem Vorstand angeboten, zum gleichen Zeitpunkt zurückzutreten wie Peters, um den Weg für eine Übergangsführung bis Oktober freizumachen. Dieser Vorschlag sei an der Ablehnung Peters gescheitert. Auch ein anderer Vorschlag, nach dem der Vorstand insgesamt zurücktreten sollte, habe keinen Zuspruch gefunden. Peters bedauerte, „dass eine gemeinsame Lösung jetzt nicht mehr möglich“ sei.

Die 41 Mitglieder des Gewerkschaftsvorstands waren am Morgen zusammengekommen. IG-Metall-Chef Zwickel hatte Peters nach dem gescheiterten Streik um die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland im Tagesspiegel vorgeworfen, er habe den Vorstand der IG Metall „faktisch getäuscht“ und ihn zum Rücktritt aufgefordert. Peters habe Fernwirkungen des Streiks auf westdeutsche Unternehmen bewusst in Kauf genommen, obwohl die Führung der Gewerkschaft dies verboten hatte. Peters nannte diese Behauptungen ehrabschneidend und verlangte eine Entschuldigung.

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