Politik : IG Metall will in die Mitte

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Berlin (alf). Die IG Metall will in die Mitte der Gesellschaft rücken und künftig die individuelle Verantwortung für Gemeinwesen und Sozialsysteme stärker betonen. Der Gewerkschaftsvorsitzende Klaus Zwickel sagte am Dienstag in Berlin, die Arbeit für die IG Metall werde in der modernen Gesellschaft nicht leichter; „eine Parole auf einem Transparent“ sei nicht mehr möglich. Als Beispiel für die zunehmende Vielfalt in Wirtschaft und Gesellschaft nannte Zwickel die diesjährige Tarifrunde. Die Lohnforderungen der Beschäftigten hätten je nach Branche oder Unternehmen zwischen fünf und zehn Prozent gelegen. „Wir haben noch nie so eine große Spannbreite gehabt“, sagte Zwickel und folgerte aus „dieser neuen Erfahrung“, dass die Differenzierung „offen aufgegriffen“ werden muss. Der Vorsitzende der Gewerkschaft stellte den Entwurf eines Zukunftsmanifestes mit dem Titel „Offensive 2010 – Chancen für eine bessere Zukunft“ vor. Das Papier gilt als Grundlage für den Zukunftskongress der IG Metall in der kommenden Woche in Leipzig.

In dem Kapitel über Solidarität und Sozialstaat heißt es, „auch jedes Individuum trägt gegenüber der Gesellschaft Verantwortung“. Und im Zusammenhang mit Qualifizierung und Bildung betont die IG Metall „sehr deutlich die Verantwortung des Einzelnen für seine Beschäftigungsfähigkeit“. Schließlich deutet sich auch bei der Finanzierung der Sozialsysteme ein Kurswechsel an. Auf Grund der demografischen Veränderungen sei „eine offene Diskussion über notwendige Ergänzungen und mögliche Alternativen zum System der paritätischen Finanzierung zu organisieren“. Alles in allem „wollen wir mit unseren Beiträgen zur Sozialstaatsreform und Wirtschaftspolitik in die Mitte der Gesellschaft vorstoßen“, sagte Zwickel.

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