Politik : Im Auftrag der Privaten Krankenversicherung

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Der Auftraggeber für das Gutachten der Professoren Bert Rürup und Eberhard Wille zur Reform der Finanzen im Gesundheitswesen ist nicht die Union gewesen. Auch wenn sich das Papier wie ein Kompromissvorschlag für die zerstrittenen Schwestern CDU und CSU liest. Bemerkenswert ist, dass die beiden Wissenschaftler im letzten Moment ihre Meinung über Details des Konzepts geändert haben. Zwei Tage vor Veröffentlichung des Gutachtens hatten Rürup und Wille eine klare Meinung dazu, welche Rolle gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und Private Krankenversicherung (PKV) in einem umgebauten Gesundheitswesen spielen sollen. Die Segmentierung des Krankenversicherungsmarktes zwischen GKV und PKV sei aus ökonomischer Sicht ein „unbefriedigender Zustand“, schrieben die Gutachter. Zwei Tage später liest sich das ganz anders: „Eine Abschaffung der PKV stößt auf hohe juristische Hürden.“ Zudem solle man die zur Entlastung zukünftiger Generationen erforderlichen Kapitaldeckungselemente nicht „leichtfertig opfern“. Aufschlussreich sind diese Änderungen, wenn man sich den Auftraggeber anschaut: die Private Krankenversicherung. Ein wenig unangenehm für alle Beteiligten ist nur, dass auch die VorVersion dokumentiert ist. Dem Branchendienst dfg hatten die Professoren ihr Gutachten zwei Tage vorher zur Kenntnis gegeben. ce

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