Update

Im Grenzgebiet zu Israel : Syrische Rebellen nehmen UN-Blauhelmsoldaten als Geiseln

Syrische Rebellen haben 21 UN-Blauhelmsoldaten auf den Golan-Höhen als Geiseln genommen. Anschließend luden sie ein Video auf Youtube hoch, auf dem zu sehen ist, wie sie den Konvoi in ihre Gewalt bringen. Mit der Geiselnahme verbinden sie eine konkrete Forderung.

Ein Ausschnitt aus dem Youtube-Video: Syrische Rebellen haben UN-Blauhelmsoldaten als Geiseln genommen.
Ein Ausschnitt aus dem Youtube-Video: Syrische Rebellen haben UN-Blauhelmsoldaten als Geiseln genommen.Foto: AFP

Im Internet ist ein Video mit mehreren der auf den Golan-Höhen gefangen genommenen UN-Blauhelmen aufgetaucht. Das am Donnerstag von der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte verbreitete Video zeigt demnach sechs der 21 philippinischen Soldaten der UN-Beobachtermission UNDOF, die sich seit Mittwoch in der Hand syrischer Rebellen befinden. Die bewaffneten Rebellen hatten die UN-Soldaten am Mittwoch an der Grenze zu Israel gefangen genommen.

In dem Video sagt der Beobachtungsstelle zufolge einer der Philippiner, es gehe ihnen gut und sie würden versorgt. Die gezeigten Männer tragen alle Uniform und sitzen in einem Zimmer nebeneinander. Die Mission UNDOF ist seit 1974 auf den Golan-Höhen im Einsatz.

Zu der Geiselnahme hatte sich eine Rebellengruppe bekannt, die in Videos gegen eine angebliche Zusammenarbeit von Syriens Staatschef Baschar al-Assad und den „Zionisten“ in Israel wetterte.

Sie wollten damit nach Angaben aus den eigenen Reihen einen regionalen Rückzug der syrischen Regierungstruppen erzwingen. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Die Informationen der in London ansässigen Stelle sind von unabhängiger Seite schwer überprüfbar.

Drohvideo: Syrische Rebellen entführten 21 UN-Blauhelmsoldaten

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen haben auf das Schärfste gegen die Geiselnahme von 21 philippinischen Blauhelm-Soldaten durch syrische Rebellen protestiert. Die philippinische Regierung in Manila forderte am Donnerstagmorgen die sofortige Freilassung ihrer Soldaten.

Die internationale Organisation habe deshalb Truppen in das Gebiet entsandt, um die Situation zu klären.

Auch der UN-Sicherheitsrat forderte die sofortige Freilassung der Blauhelmsoldaten und verurteilte die Geiselnahme scharf. Die Soldaten seien am Mittwoch in der syrischen Provinz Daraa nahe den Golan-Höhen an der Grenze zu Israel gefangen genommen worden, sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin in New York nach einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung des Sicherheitsrats.

Die Gegend werde weder von Syrien noch Israel kontrolliert, sondern sei „quasi Niemandsland“, sagte Tschurkin. Die Blauhelme gehören der Undof-Mission an, die seit den 1970er Jahren eine syrisch-israelische Waffenruhe auf den Golan-Höhen überwacht. „Sie sind unbewaffnet und haben mit dem derzeitigen Konflikt in Syrien nichts zu tun“, sagte Tschurkin. „Das ist eine schwerwiegende Missachtung der UN. Anscheinend wollen einige Gruppen derzeit unbedingt die geografischen Grenzen des Syrien-Konflikts ausweiten.“ Auch UN-Chef Ban forderte die sofortige Freilassung der Geiseln. Die Sicherheit und Bewegungsfreiheit der Mitarbeiter der Undof- Mission, müsse von allen Beteiligten respektiert werden, forderte Ban. Die 21 Soldaten gehören nach Darstellung der Regierung in Manila zu einem rund 300 Mann starken philippinischen Kontingent der Undof-Mission. „Wir hoffen, dass die Männer bald freigelassen werden“, sagte Militärsprecher Arnulfo Burgos. (AFP)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

11 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben