Politik : Im Irak entführter Japaner ist tot

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Bagdad/Tokio/Warschau Im Irak ist erneut eine ausländische Geisel auf grausame Weise ermordet worden. Die Regierung in Tokio bestätigte am Sonntag, dass es sich bei einer in Bagdad gefundenen enthaupteten Leiche um den 24-jährigen Shosei Koda handelt. Die Terrorgruppe des Jordaniers Abu Mussab al Sarkawi hatte gedroht, ihre Geisel zu enthaupten, sollte Japan seine Truppen nicht innerhalb von 48 Stunden abziehen. Dies hatte Tokio abgelehnt.

Unterdessen flehte die am Donnerstag von islamischen Extremisten im Irak entführte Polin in einem Video um ihr Leben. In der vom Sender Al Dschasira verbreiteten Aufzeichnung bat sie die polnische Regierung, auf die Forderung der Entführer einzugehen und die polnischen Soldaten aus dem Irak abzuziehen. „Mein Leben ist in großer Gefahr“, zitierte der polnische Rundfunk aus der Botschaft der 54-Jährigen, die seit mehr als 25 Jahren im Irak lebt und mit einem Iraker verheiratet ist. Sie besitzt die polnische und die irakische Staatsbürgerschaft.Warschau will der Forderung der Terroristen nicht nachgeben.

Derweil haben irakische Richter zwei Monate nach der Wiedereinführung der Todesstrafe durch die Übergangsregierung bereits Todesurteile verhängt. Wie die irakische Zeitung „Al-Sabah Al-Jadid“ berichtete, wurden zehn Iraker wegen Diebstahls und Mordes verurteilt. Die Urteile müssten noch vom Berufungsgericht bestätigt werden. Über die künftig anzuwendende Hinrichtungsmethode sollten der Ministerpräsident und der Präsident demnächst noch entscheiden, hieß es. Die Amerikaner hatten die Todesstrafe im Irak nach dem Sturz von Präsident Saddam Hussein, der Menschen sogar wegen Präsidentenbeleidigung hatte hinrichten lassen, abgeschafft. dpa

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