Politik : Im Konflikt mit Irak sind die USA auch zu einem Alleingang bereit

Außenministerin Albright will aber auf Europa-Reise Verbündete auf ihre Seite ziehen WASHINGTON/PARIS (AFP).Zeitgleich mit der Europareise von Außenministerin Albright haben die USA ihre Position im Streit mit Irak um die Abrüstungsinspektionen weiter verhärtet.In Europa wurde dagegen weiter nach einer diplomatischen Lösung zur Beilegung des Konflikts gesucht.Albright sagte gestern kurz vor ihrer Ankunft in Paris, die USA seien bereit, notfalls auch im Alleingang einen Militärschlag gegen Irak zu unternehmen. Albright betonte zugleich, es sei allerdings vorzuziehen, Saddam Hussein "zusammen mit den anderen Staaten" zu zwingen, auf sein Programm zur Aufrüstung mit Massenvernichtungswaffen zu verzichten.Der irakische Präsident kündigte an, sein Land werde sich im Fall eines US-Angriffs "mit allen Kräften" verteidigen.Außenminister Klaus Kinkel, der heute in Bonn UNSCOM-Chef Richard Butler trifft, schloß ein militärisches Vorgehen nicht aus. Albright, die am Donnerstag nachmittag zu einem Gespräch mit ihrem französischen Amtskollegen Hubert Védrine in Paris eintraf, will am Freitag nach Madrid weiterfliegen, wo ein Treffen mit dem russischen Außenminister Primakow und dem Kreml-Gesandten für Irak, Possuwaljuk, vorgesehen ist.Anschließend wird sie in London erwartet, das als einziges der fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates Washingtons Irak-Kurs unterstützt.Frankreich, Rußland und China setzen dagegen klar auf eine Verhandlungslösung und haben dies nochmals bekräftigt. Auf einer Pressekonferenz in Washington hatte Albright am Mittwoch die Arbeit von Butler in Irak gelobt.Der Chef der Abrüstungskommission UNSCOM war wegen seiner Äußerung in die Kritik geraten, Irak besitze genügend bakterielle Waffen, um die Einwohner von Tel Aviv umzubringen.Die irakische Führung bezichtigte Butler der Lüge und warf ihm vor, Öl ins Feuer zu gießen, weshalb sich der UNO-Sicherheitsrat mit ihm befassen sollte. Primakow äußerte sich in Madrid trotz allem optimistisch, daß es eine diplomatische Lösung geben werde.Der spanische Außenminister Abel Matutes sprach sich nach einer Unterredung mit Primakow ebenfalls für eine friedliche Beilegung des Konflikts aus, machte aber - wie Kinkel - Irak für die Zuspitzung der Krise verantwortlich.Der russische Sondergesandte Possuwaljuk wollte Primakow nach einer Zwischenstation in Amman am Donnerstag über seine Gespräche in Bagdad unterrichten. Der arabischen Ablehnungsfront gegen ein militärisches Vorgehen gegen Irak schloß sich am Donnerstag auch Saudi-Arabien an.Albright wird am Montag in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad erwartet.

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