Im Original : Guttenberg über seine Dissertation

Was Karl-Theodor zu Guttenberg über seine Dissertation gesagt hat:

26.05.2008 Guttenberg antwortet auf eine Frage nach seiner Doktorarbeit auf der Internetseite Abgeordnetenwatch: „Gestatten Sie mir bitte zunächst eine Korrektur Ihrer Ausführungen: Ich habe in meiner Doktorarbeit nicht über ,die‘ EU-Verfassung geschrieben, sondern habe (…) in meiner Dissertation einen Vergleich der Verfassungsentwicklung in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Europa vorgenommen.“

15.02.2011 nach dem ersten Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ über Plagiate: „Ich habe die Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt.“

16.02.2011 zum Vorwurf des Bremer Juraprofessors Andreas Fischer-Lescano, der die ersten nicht zitierten Textstellen fand: „Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus. Ich bin gerne bereit zu prüfen, ob bei über 1200 Fußnoten und 475 Seiten vereinzelt Fußnoten nicht (…) gesetzt sein sollten und würde dies bei einer Neuauflage berücksichtigen. (…) Die Anfertigung dieser Leistung war meine Arbeit. (...) Sollte jemand auf die Idee kommen zu behaupten, Mitarbeiter meines Büros hätten an der wissenschaftlichen Erarbeitung meiner Dissertation mitgewirkt, stelle ich fest: Dies trifft nicht zu.“

18.02.2011 Erklärung des Ministers vor Kameras im Verteidigungsministerium: „Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat, und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir. Sie ist über etwa sieben Jahre neben meiner Berufsabgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevollster Kleinarbeit entstanden, und sie enthält fraglos Fehler. (…) Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht.“ Guttenberg sagt, er werde den Doktortitel bis zur Aufklärung durch die Universität Bayreuth nicht führen. „Die Menschen in diesem Lande erwarten, dass ich mich um das fordernde Amt des Verteidigungsministers mit voller Kraft kümmere, und das kann ich auch.“

21.02.2011 bei einem Wahlkampfauftritt im hessischen Kelkheim: „Und (…) ich habe auch festgestellt, wie richtig es war, dass ich am Freitag gesagt habe, dass ich den Doktortitel nicht führen werde. Ich sage das ganz bewusst, weil ich am Wochenende, auch nachdem ich diese Arbeit mir intensiv noch einmal angesehen habe, feststellen musste, dass ich gravierende Fehler gemacht habe. Gravierende Fehler, die den wissenschaftlichen Kodex, den man so ansetzt, nicht erfüllen. Ich habe diese Fehler nicht bewusst gemacht. (…) Ich sage ebenso, dass ich mich von Herzen bei all jenen entschuldige, die ich mit Blick auf die Bearbeitung dieser Doktorarbeit verletzt habe. Die Entscheidung, einen Doktortitel nicht zu führen, schmerzt, insbesondere, wenn man sechs, sieben Jahre seines Lebens daran gearbeitet hat.“

22.02.2011 im Schreiben an die Universität Bayreuth: „Mit diesem Schreiben möchte ich Sie bitten, die Verleihung meines Doktorgrades zurückzunehmen. In den letzten Tagen habe ich meine Dissertation nochmals selbst gründlich geprüft. Dabei kam ich zu dem Ergebnis, dass mir bei der Erarbeitung gravierende handwerkliche Fehler unterlaufen sind, die ordnungsgemäßem wissenschaftlichen Arbeiten widersprechen. Die Arbeit besitzt nach meiner Überzeugung dennoch ihren eigenen wissenschaftlichen Wert. (…) Eine abschließende Stellungnahme kann ich im Moment leider noch nicht abgeben. Aber festhalten will ich doch, dass ich zu keinem Zeitpunkt vorsätzlich oder absichtlich getäuscht habe.“ dapd/AFP/dpa/Tsp

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