Politik : Im Streit mit Bagdad werden Warnungen vor Militärschlag lauter

Berlins Bischöfe Huber und Sterzinsky im Tagesspiegel: An Bevölkerung denken / Irak signalisiert Verhandlungswillen BERLIN (Tsp).Im Irak-Konflikt mehren sich die Stimmen, alle diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen.Rußland und China lehnten am Dienstag jeglichen Gewalteinsatz gegen Bagdad erneut ab.Im Tagesspiegel warnen die Bischöfe Huber und Sterzinsky vor einem Militärschlag, da er vor allem die Zivilbevölkerung treffen müßte, der ehemalige stellvertretende UNO-Generalsekretär Eliasson fordert, UNO-Generalsekretär Annan müsse beauftragt werden, Saddam klarzumachen, es mit der UNO und nicht mit den USA zu tun zu haben.Saddam hat für den Fall eines Besuchs von Annan Schritte zur Lösung des Konflikts angekündigt. Der Staatssekretär im schwedischen Außenministerium Eliasson erklärte gegeenüber dem Tagesspiegel, die Möglichkeiten der UNO-Diplomatie "vollständig auszuschöpfen" und die Autorität des UNO-Sicherheitsrates "zu bewahren und zu nutzen" sei "absolut notwendig".Der Bischof der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, Huber, betonte, Krieg löse keine Konflikte, sondern bedeute vor allem Leiden für die Zivilbevölkerung."Politischer Druck ist allemal besser als militärische Gewalt." Georg Kardinal Sterzinsky, Erzbischof von Berlin, sagte: "Ich unterschätze nicht die Gefahr, die besteht, wenn dort im Irak ABC-Waffen versteckt sein sollten.Gewaltanwendung zur Aufdeckung würde größere Schäden anrichten und auch sehr viele unschuldige Menschen vernichten, aber keine gute Lösung bringen."Deswegen", so Sterzinsky, "schließe ich mich all denen an, die mahnen, um weitere diplomatische Wege bemüht zu sein". In einer gemeinsamen Erklärung des russischen Präsidenten Jelzin und des chinesische Ministerpräsidenten Li Peng hieß es am Dienstag, beide Länder als Ständige Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates akzeptierten keine Gewalt und forderten eine politische Lösung der Krise. Zuvor hatte Jelzin in seiner jährlichen Rede vor dem Parlament einen Militäreinsatz gegen Irak als "letztes und gefährlichstes Mittel" bezeichnet.Dies war als ein Abrücken von der bisherigen Ablehnung militärischer Gewalt gewertet worden. Der irakische Außenminister Sahhaf ist am Dienstag von Staatspräsident Chirac in Paris empfangen worden.Irak hat am Dienstag erklärt, er werde alle "ernsthaften und rechtmäßigen Schritte tun", um einen Annan-Besuch zum Erfolg werden zu lassen. Die USA haben festgelegt, daß Annan bei einer möglichen Reise nach Bagdad dem Irak lediglich symbolisch entgegenkommen darf.Dies berichtete die "New York Times" am Dienstag.

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