Politik : Im Wahlkreis vorn

Jürgen Rüttgers und Peer Steinbrück haben beide ein Direktmandat gewonnen

Ingo Plaschke

Berlin - Vor fünf Jahren noch rutschte Jürgen Rüttgers nur über die Landesliste in den Düsseldorfer Landtag, er verlor in seinem Wahlkreis gegen die SPD-Kandidatin. Diesmal entschieden sich die Wähler im Rhein-Erft-Kreis mehrheitlich für den designierten Ministerpräsidenten. Der CDU-Spitzenkandidat holte mit 47,6 Prozent der Wählerstimmen ein Direktmandat. Peer Steinbrück (SPD), der die Wiederwahl als Ministerpräsident verloren hat, siegte ebenfalls in seinem Wahlkreis Hamm-Unna mit 55,9 Prozent.

In Oberhausen votierten 5,6 Prozent der Wähler für die grüne Spitzenpolitikerin Bärbel Höhn. Ihr Parteifreund Michael Vesper brachte in der Studentenstadt Bielefeld 16,2 Prozent der Wähler hinter sich. FDP-Spitzenkandidat Ingo Wolf blieb nicht nur landesweit hinter seinem erklärten Wahlziel von „Zehn Prozent plus x“ zurück, selbst in seinem Wahlkreis in Euskirchen machten nur 9,7 Prozent der Wähler ihr Kreuzchen bei den Freidemokraten. Vor fünf Jahren waren es noch 11,5 Prozent.

NRW-Innenminister Fritz Behrens (SPD) hat die Direktwahl im Rhein-Kreis- Neuss verloren. Behrens kam laut vorläufigem Ergebnis nur auf 30,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. Auch NRW-Verkehrsminister Axel Horstmann (SPD) hat seinen Wahlkreis verloren. Vor fünf Jahren kam er noch auf 47 Prozent, jetzt musste er sich mit rund 40 Prozent seinem CDU-Kontrahenten geschlagen geben. Ein weiterer prominenter Verlierer ist SPD-Fraktionschef Edgar Moron, der in seinem Wahlkreis Rhein-Erft-Kreis III unterlag. Er kam auf 36,9 Prozent der Stimmen. Aufatmen konnte dagegen SPD-Generalsekretär Michael Groschek, der seinen Wahlkreis Oberhausen-Wesel mit 49,6 Prozent gewann. SPD-Chef Harald Schartau hat seinen Wahlkreis in Dortmund mit 47,8 Prozent gewonnen.

Besonders spannend war es in Hamm: Oskar Burkert (CDU) setzte sich mit 488 Stimmen gegenüber seinem SPD-Kontrahenten durch. Ähnlich knapp war es in Hagen, hier setzte sich die SPD mit 539 Stimmen durch; sowie in Lippe, wo die CDU mit 756 die Nase vorn hatte. Duisburg wählte mehrheitlich wieder SPD. In allen vier Wahlkreisen gewannen Sozialdemokraten. Bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr war mit Adolf Sauerland erstmals ein Christdemokrat zum Oberbürgermeister gewählt worden. Allerdings gewann die CDU in allen Wahlkreisen zwischen sieben und acht Prozentpunkte hinzu. Diesen Trend bestätigte auch eine Analyse im ZDF, in der von Zugewinnen der CDU in Großstädten von rund zehn Prozent die Rede war.

Klare bürgerliche Erfolge gab es am ländlich strukturieren Niederrhein. In Viersen, Kleve, Krefeld und Mönchengladbach fuhren die CDU-Kandidaten zum Teil absolute Mehrheiten ein. In Mettmann wechselten drei Wahlkreise von rot auf schwarz.

Überdurchschnittlich hoch war die Wahlbeteiligung in der Landeshauptstadt. Diese lag in den vier Düsseldorfer Wahlkreisen zwischen 63 und 65,7 Prozent. Die meisten Stimmen erzielten hier die CDU-Kandidaten.

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