Imagepflege : EU-Abgeordnete wollen Hotels ohne Prostituierte

Eine Gruppe von Europaabgeordneten hat eine ungewöhnliche Initiative zur Bekämpfung der Prostitution gestartet: Künftig wollen sie nur noch in Hotels wohnen, zu denen leichte Mädchen keinen Zutritt haben.

BrüsselIn einem Brief an Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering (CDU) fordern 37 Abgeordnete aus den nordischen EU-Staaten, dass EU-Volksvertreter nur in Hotels absteigen dürfen, in denen Prostituierten der Zugang verwehrt ist. Pöttering brachte das Thema nach Angaben einer Sprecherin am Donnerstag bei einer Sitzung mit den Fraktionschefs in Brüssel zur Sprache. Nun soll der Ältestenrat - eine Gruppe aus sechs Abgeordneten - die Forderung überprüfen. Das Gremium wird kommenden Mittwoch in Straßburg zusammenkommen.

Nach Angaben der Sprecherin wollen die 37 Abgeordneten erreichen, dass Europaabgeordnete und deren Assistenten sowie Mitarbeiter des Parlaments künftig nur noch in Hotels übernachten, die sich in einer Art Garantieerklärung verpflichten, Prostituierten oder Call-Girls keinen Zugang zu gewähren. Das Parlament soll nach ihren Vorstellungen einer entsprechenden Initiative des Nordischen Rates folgen, eines Parlamentarierforums der nordischen Staaten.

Der Vorschlag werde im Parlament "ernstgenommen", sagte die Sprecherin. Es müsse aber geprüft werden, ob von Hotels eine solche Garantieerklärung überhaupt verlangt werden könne. Vor allem während der monatlichen Plenarsitzungen in Straßburg sind dort praktisch alle Hotelzimmer ausgebucht. Nicht wenige EU-Volksvertreter suchen sich dann Quartiere auf der deutschen Rheinseite, wo Hotels und Restaurants ebenfalls von den Plenarsitzungen profitieren. (sba/AFP)

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