Politik : Immer auf Posten

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Dass er einmal Verteidigungsminister werden würde, hat sich Peter Struck vorher nicht träumen lassen. Dass er einmal etwas anderes als Verteidigungsminister werden könnte, lässt der 61Jährige sich jetzt genauso wenig träumen. Trotzdem wird der promovierte Jurist Struck im politischen Berlin nun schon seit geraumer Zeit daraufhin taxiert, ob er nicht demnächst sein altes parlamentarisches Fachgebiet Haushaltspolitik von höchster Stelle aus betreiben könnte.

Denn Finanzminister Hans Eichel gehört zu denen, die für den Fall einer Kabinettsumbildung unter die Ablösungskandidaten gerechnet werden. Struck hingegen ist unstreitig einer der wenigen weithin anerkannten Aktivposten in Gerhard Schröders Mannschaft.

Das ist um so erstaunlicher, als der Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt in seinem Fachbereich eine Reform angeschoben und zum Teil schon umgesetzt hat, die in ihren Ausmaßen und Folgen die üblichen Volkswut-Themen wie Praxisgebühren oder Rentenkürzung in den Schatten kleiner Tagespolitik stellt. Aber bisher hat Struck kein Problem damit, diese Reformen zu vermitteln. Vielleicht gerade deshalb, weil er sich nicht ständig etwas träumen lässt. bib

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