Politik : Immer mehr Kinder werden versklavt

rfh

Neben Waffen und Drogen ist die Ware Kind nach UN-Angaben zur drittgrößten Profitquelle Organisierter Kriminalität geworden. Weltweit werden jährlich hunderttausende Minderjährige mit großem Gewinn für die Händler als Prostituierte oder Arbeitssklaven verkauft.

In Berlin startete die Kinderhilfsorganisation "terre des hommes" am Montag eine auf drei Jahre angelegte internationale Kampagne gegen Kinderhandel. Zusammen mit Partnerorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika sollen die Hilfsangebote verbessert und eine Bestrafung der Täter gesichert werden. Mit gezielter Lobbyarbeit will man erreichen, dass betroffene Staaten bereits bestehende internationale Konventionen, wie etwa die UN-Kinderrechtskonvention, in nationales Recht umsetzen. Wichtig sei außerdem Aufklärung, sagte Scharlowski: Viele Eltern verkaufen aus Verzweiflung ihre Kinder, weil sie die Familie andernfalls nicht mehr ernähren können. "Die Händler machen sich die Unwissenheit zunutze und versprechen Wohlstand oder Bildung, aber die Opfer finden nichts als Ausbeutung."

Auf den Kaffee-Plantagen der Elfenbeinküste arbeiten Jungen aus Mali, zehnjährige Mädchen aus Kambodscha landen in thailändischen Bordellen. Kinderhandel sei nicht allein ein Phänomen der Dritten Welt, betont "terre des hommes": An der tschechischen Grenze nutzen vor allem deutsche Männer den Kinderstrich, zum Teil gehören sogar Säuglinge zum Angebot.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben