Politik : Immer weniger Menschen erhalten Sozialleistungen

In Berlin ist der Anteil nach wie vor am höchsten.

Berlin - In Deutschland beziehen immer weniger Menschen Sozialleistungen. Mit 8,9 Prozent der Bevölkerung erreichte ihr Anteil Ende 2011 den tiefsten Stand seit Einführung einer entsprechenden Erhebung im Jahr 2006. Laut statistischem Bundesamt sank die Zahl der Empfänger in diesen sechs Jahren nach der Umstellung des Sozialhilfesystems in Deutschland von 8,3 auf 7,3 Millionen.

Den stärksten Rückgang im Ländervergleich gab es in Mecklenburg-Vorpommern, wo der Anteil der Hilfeempfänger von 17,8 Prozent auf 13,7 Prozent fiel. In Nordrhein-Westfalen dagegen verringerte sich die Quote lediglich um 0,4 Punkte auf 10,4 Prozent. Spitzenreiter beim Bezug von Sozialleistungen ist nach wie vor mit großem Abstand Berlin (18,9 Prozent), gefolgt von Bremen (16,5 Prozent) und Sachsen-Anhalt (13,9 Prozent). In Bayern leben mit 4,3 Prozent die wenigsten Menschen von staatlicher Hilfe.

Mit Ausnahme des Jahres 2009 sank die Zahl der Hilfeempfänger seit 2006 kontinuierlich. Als Grund dafür nannte die Wiesbadener Behörde unter anderem die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sowie arbeitsmarktpolitische Maßnahmen.

Zu den Leistungen zur sozialen Mindestsicherung zählen neben Hartz IV und klassischer Sozialhilfe noch die sogenannte Grundsicherung für alte und erwerbsgeminderte Menschen, Asylbewerberleistungen und die Kriegsopferfürsorge. Dabei entwickelten sich die verschiedenen Bereiche sehr unterschiedlich: Während die Zahl der Hartz-IV-Empfänger seit 2006 um 16 Prozent auf rund 6,1 Millionen sank, gab es bei Sozialhilfe und Grundsicherung einen Anstieg um 24,7 Prozent auf mehr als 952 000 Personen. Am stärksten fiel die Zahl bedürftiger Asylbewerber. Sie ging um 25,8 Prozent zurück – auf nur noch etwa 143 700 Menschen. raw

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